Handel Möbel-Mahler investiert Millionen in neues Konzept

Möbel Mahler baut für neue Untermieter aus.
Möbel Mahler baut für neue Untermieter aus. © Foto: Volkmar Könneke
Neu-Ulm / Harald John, Frank König 02.07.2018
Der Neu-Ulmer Möbelmarkt geht auf neuen Kurs. Nach dem Umbau sollen 30 bis 40 Fachgeschäfte dazukommen.

Der Neu-Ulmer Möbelmarkt Mahler baut großflächig um, Ende diesen Monats soll alles fertig sein. Rund fünf Millionen Euro wollen Michael Mahler und sein Vater Gerhard, Geschäftsführer der Mahler Immobiliengesellschaft, in ein neues Konzept investieren. „Ziel ist es, Deutschlands größtes Wohn-Shopping-Center in Ulm zu eröffnen“, sagt Michael Mahler.

Bei dem Umbau, der bereits Ende Mai begonnen hat, werden vorhandene Flächen umgewidmet: Im Erdgeschoss, aber auch in der ersten und zweiten Etage ziehen Untermieter ein, Mahler verkleinert damit seine Flächen im 80.000-Quadratmeter-Haus, bleibt aber größter Möbelanbieter. Aktuell arbeiten 350 Menschen in Verkauf, Gastronomie und Logistik, Mahler will die Zahl der Stellen aufstocken.

Home 24 kommt

In der so genannten „Weltstadt des Wohnens“ werden 30 bis 40 Fachgeschäfte unter einem Dach versammelt sein, dazu zählen nach SWP-Informationen der Küchenanbieter Marquardt, der italienische Designhandel „Who’s Perfect“, aber auch der Outdoor-Anbieter McTrek, früher bekannt als „McTrek – der Outdoorschotte“. Hauptattraktion dürfte allerdings der Online-Händler Home 24 sein, der einen 700 Quadratmeter großen Showroom und einen 4400 Quadratmeter großen Outlet-Store eröffnet.

„Wir wollen ein vielfältiges Einrichtungserlebnis schaffen, markenbezogen und vielschichtig“, sagt Gerhard Mahler. Deshalb seien in den vergangenen Wochen zahlreiche Mietverträge mit so genannten „Flagship-Stores“, also besonders repräsentativen Filialen abgeschlossen worden. Zu den Mietern zählen Joop Living, Hülsta Sofa, Ruf Betten, Birkenstock Betten, Black Label, Rosenthal Living, Tom Tailor und der Matratzenhändler Tempur.

Neu an diesem Konzept, das Michael Mahler aus Holland übernommen hat, ist, dass die einzelnen Geschäfte größtenteils zuständig für Warenbeschaffung und Auslieferung sind. Mahler senkt die Höhe seines Warenbestandes, der nach SWP-Informationen einen Wert von rund sieben Millionen Euro hat, und erzielt zusätzliche Mieteinnahmen.

Abstimmungsprobleme

Mahler hat für die Bearbeitung von Kundeneingaben und Reklamationen einen eigenen Geschäftsführer eingestellt. „Wir hatten Abstimmungsprobleme bei der Lieferanten- und Sortimentsumstellung“, gibt Michael Mahler zu. Mit dem neuen Konzept, ist er zuversichtlich, komme man in eine erfolgreiche Spur. Ergänzt wird das Angebot um einen Abholmarkt im Ikea-Stil: Im ersten Obergeschoss eröffnet der Mitnahmemarkt „Express“ auf 6000 Quadratmetern. Hier könnten alle Waren sofort mitgenommen oder innerhalb von 14 Tagen geliefert werden. Ende Juli eröffnen der Fahrradhändler B.O.C. und McTrek, im Mai war der Modepark Röther eingezogen. Schließlich kommt Ende des Sommers ein Edeka-Markt dazu.

Auch gastronomisch will Michael Mahler neue Wege einschlagen: „Wir werden das Angebot, das derzeit im Restaurant Münsterblick geprägt ist von bürgerlicher Küche ergänzen um ein American Diner, einen Italiener und ein Bistro.“

Die neuen Mieter – Möbel und Design

Geschäfte Zu den neuen Shops, die bei Möbel-Mahler einziehen werden, gehört auch „Home 24“, die größte E-Commerce-Plattform Europas mit Sitz in Berlin. „Home 24“ ist in sieben europäischen Ländern vertreten, hat mehr als 1000 Mitarbeiter und über 100.000 Produkte in seinem Sortiment. Showrooms gibt es bislang in Berlin, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg, München, Frankfurt/Main und Wien – und bald auch in Neu-Ulm. Der Anbieter „Who’s perfect“ ist in bereits mehreren deutschen Großstädten vertreten und bezeichnet sich als Deutschlands Nummer eins bei italienischem Wohndesign.

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