Einkaufen Modebewusst mit dem Trolley über den Markt

Ulm/Neu-Ulm / Beate Storz 01.07.2017

Der Einkaufswagen zum Nachziehen sei absoluter Oma-Kram oder eine Mode der Vor-Wendezeit? Ganz und gar nicht! Denn ein Trolley, auch genannt Shopper“, ist heute meist fetzig gestylt und technisch verbessert worden. Die Kinderwagenräder und das braune Leder sind weitgehend verschwunden, und man sagt auch nicht mehr „Nachziehwägele“ dazu.

Aber sie sind nach wie vor sehr praktisch, wenn man beispielsweise frische regionale und vor allem schwere Produkte wie Kartoffeln auf dem Wochenmarkt einkauft. Vor allem aber muss man sich nicht mehr schämen, sondern man will den schicken Trolley sogar zeigen. Denn aus dem Nutzgerät ist inzwischen ein Lifestyleaccessoire für Modebewusste geworden.

Ein Gang über den Wochenmarkt, mittwochs oder samstagmorgens zeigt: Die Vielfalt ist groß, das Transportvolumen auch. Das Design ist teilweise sogar richtig gewagt, von wegen langweilig und altbacken! Es gibt bunte Trolleys, einfarbige, manche sind mit netten Motiven bedruckt, andere sogar mit Botschaften. Mit unterschiedlichen Griffen und verschiedenen großen Rädern, die weitgehend geräuschlos über den Asphalt rollen und breit genug sind, um nicht in der Straßenbahnschiene hängenzubleiben. Unterdessen gibt es sogar den Trolley, der Treppen überwinden kann.

Ein Spaziergang über den Wochenmarkt ist wie ein Schaulaufen der aktuellen Modelle. Wer noch keinen hat, der kann ja schnell mal zum Abt rein und sich einen Trolley holen. Preislich ist alles möglich, je nach Wunsch und Anforderung. Das 25-Euro-Ikea-Modell sieht eben so aus wie ein 25-Euro-Ikea-Modell. Das Kaufhaus Abt bietet Trolleys für bis zu 300 Euro an. Das sind durchgestylte Einzelstücke und überdies sind sie hochstabil.

Im Gegensatz zu Omas Wägele lassen sich moderne Qualitäts-Shopper zusammenklappen, man kann die Taschen entfernen und das Gestell für einen anderweitigen Transport benutzen, etwa von Getränkekisten. Je nach Modell können mit einem Shopper zwischen 30 und 50 Kilo transportiert werden. Einige Modelle kann man sogar an das Fahrrad anhängen. Dazu benötigt man allerdings extra Zubehör.

„Manchmal verkaufen sich die Fahrzeuge wie warme Semmeln und dann sind sie alle weg. Vor allem samstags verkaufen wir viele Einkaufswagen“, weiß Tobias Grünvogel, der Abteilungsleiter Saison bei Abt. Dort gibt es hauptsächlich Trolleys der schleswig-holsteinischen Firma Andersen. Diese Einkaufswagen werden komplett in Deutschland hergestellt, quasi in handwerklicher Manufaktur. Deshalb sind auch so individuelle Stylings aus Segeltuch möglich. Das ist ein besonders wasser- und winddichtes Material, das mit verschiedenen Motiven bedruckt wird.

Ebenfalls hochpreisig und stabil sind Trolleys, deren Tasche aus demselben Material wie Lastwagenplanen hergestellt werden. „Die sind absolut unverwüstlich“, weiß Grünvogel. Der Nachteil eines teuren und sehr dauerhaften Produktes ist allerdings, dass er im Widerspruch zur schnelllebigen Mode steht.

Und noch etwas kommt dazu: Ein toller Trolley lockt natürlich auch Langfinger an. Denn: Passionierte Trolleyzieher werden bestätigen, dass man mit dem Gefährt nicht in jedes Ladengeschäft reinkommt, etwa weil es Treppen gibt oder weil der Laden sehr klein ist.

Und noch etwas werden Trolley-Neulinge erleben: Gerade in großen Kaufhäusern sind sie der Liebling des Ladendetektivs. Dessen Neugierde, was denn so alles in den Taschen stecken könnte, ist oft sehr groß.

Nach Wunsch zusammenstellen

Individualität Wer sich partout nicht damit anfreunden kann, welche Gestellfarbe der Hersteller mit welchem Taschendesign und welchen Rädern kombiniert, kann sich seinen Trolley auch selbst zusammenstellen. Innerhalb des Portfolios eines Herstellers sind die Teile untereinander kombinierbar. Beim Ulmer Kaufhaus Abt am Münsterplatz ist eine solche Individualzusammenstellung überhaupt kein Problem.