Ulm Mittelaltermarkt in Wiblingen: Eintauchen in eine andere Welt

Das Ritterturnier ist die Attraktion des Wiblinger Mittelaltermarkts.
Das Ritterturnier ist die Attraktion des Wiblinger Mittelaltermarkts. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / LISA MARIA SPORRER 09.05.2013
Die Faszination Mittelalter hat mittlerweile auch in Wiblingen ihren Ort: Schon zum fünften Mal finden auf dem Klosterhof der Mittelaltermarkt und das große Ritterturnier statt. Ein Rollenspiel nicht nur für Kleine.

Das Mittelalter steht hoch im Kurs. Historische Romane wie Umberto Ecos „Der Name der Rose“ oder Ken Follets „Die Säulen der Erde“ bestimmen immer noch die Bestseller-Listen. Wer nun an die dunklen Seiten des Mittelalters denkt, dem sei gesagt: In Wiblingen kann man seit Donnerstag eintauchen in eine bunte, vielfältige und vor allem virtuelle Welt des Mittelalters. Da kann man kämpfen ohne Blut zu vergießen und Hexe spielen, ohne Angst vor dem Scheiterhaufen zu bekommen. Es ist eine entkomplizierte Welt, die durch alle Sinne zu erfahren ist. Es riecht nach Krautgulasch, Flammkuchen und Met. Nur der Falafel-Stand ist menschenleer. Zu gewöhnlich an diesem Tag. Anstatt wie auf dem Jahrmarkt Blechdosen mit Bällen umzuwerfen, kann man hier mit Holzkatapulten Burgen attackieren. Es kann geschmiedet, getöpfert und gefilzt werden. Das Kindermitmach-Programm ist vielfältig.

„Mich fasziniert, was die Menschen damals aus ihren Möglichkeiten gemacht haben“, sagt David Souché. Er ist Mitglied des Vereins „Ulmer Aufgebot 1475“, der die Veranstaltung organisiert. Die Liebe zum Detail, historisches Interesse und natürlich die Leidenschaft motivierten die Familie Souché zu diesem jährlichen Ausflug in eine andere Welt. „Unsere heutige Denkweise überdeckt ja vieles, was mit dem Eigentlichen zu tun hat.“ Das Zelt der Souchés steht auf der Wiese vor dem Klosterhof, dort kann auf eine „Zeitreise“ durch Früh-, Hoch- und Spätmittelalter gehen. Alles zum Anfassen. Living History: Geschichte einmal populär erleben.

Viele Schausteller haben eine weite Reise hinter sich, kommen aus England, Dänemark oder Italien. „Wir legen wert darauf, dass unsere Veranstaltung qualitativ hochwertig ist“, sagt Simone Keil, während sie den Rittern der Compania Ferrata bei ihrem fiktiven Turnier zusieht. Es sind handverlesene Spezialisten im Bereich Reiterdarstellungen und Stunts, „die Champions-League der Ritter sozusagen“, die das Highlight des Mittelalterfestes sind.

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