Ulm / Christine Liebhardt  Uhr
Der Betrieb im Ulmer Restaurant Bootshaus bleibt vorerst eingestellt. Wie hoch die Schulden des bisherigen Pächters sind, ist unklar.

Im Insolvenzverfahren gegen die Gesellschaft des bisherigen Bootshaus-Pächters Marcus Bühler gibt es für die Mitarbeiter nur einen kleinen Trost: „Alle werden ihren Lohn vollständig erhalten“, sagte Insolvenzverwalter Klaus Tappmeier am Dienstag auf Anfrage. Ihr Gehalt hatte noch für den Monat März ausgestanden. Wie Tappmeier weiter sagte, seien die Arbeitnehmer am Dienstag in einer Veranstaltung darüber informiert worden, dass der Restaurant-Betrieb vorerst eingestellt bleibt.

Nach der Insolvenz des bisherigen Bootshaus-Pächters Marcus Bühler stehen bei Inhaber Ebbo Riedmüller die Telefone nicht mehr still.

17 Vollzeitkräfte sowie weitere Teilzeitmitarbeiter verlieren damit ihre Jobs. Den ausstehenden Lohn erhalten sie über das Insolvenzgeld vom Arbeitsamt. Tappmeier glaubt, dass sie aufgrund der wirtschaftlichen Lage wohl schnell neue Stellen finden sollten und „hoffentlich ohne Schäden“ aus der Sache herauskommen werden.

Vor knapp einer Woche war bekannt geworden, dass das Lokal auf der Donau am Ufer der Gänslände geschlossen ist. Inhaber ist der Ulmer Großgastronom Ebbo Riedmüller, Pächter war seit August 2017 Marcus Bühler über seine Betreiber-Gesellschaft LeBu-Restaurant GmbH. Beide kandidieren derzeit auf der Liste der FWG für den Gemeinderat. Riedmüller hatte Bühler wegen ausstehender Mietzahlungen fristlos gekündigt und wenige Tage darauf die Schlösser des Bootshauses ausgetauscht.

Marcus Bühler hat sich mit dem Donau-Lokal „Bootshaus“ offenbar übernommen. Verpächter Ebbo Riedmüller will künftig nur noch für Veranstaltungen öffnen.

Überblick dauert

Tappmeier hat inzwischen mit allen Beteiligten gesprochen, die Insolvenzakte allerdings erst am Dienstag erhalten. „Wie hoch der Schaden ist, kann ich noch nicht sagen.“ Ebenso wenig, wie viele Gläubiger es gibt. Die würden sich auch erst nach und nach in der Kanzlei des Insolvenzverwalters melden. „Es wird drei bis vier Wochen dauern, bis wir einen Überblick haben.“ Etwas schneller wird es wohl gehen, das Inventar des Bootshauses aufzunehmen und zu prüfen, wem was gehört.

Nachdem sich bei Ebbo Riedmüller bereits mehrere Interessenten für die Übernahme des Bootshauses gemeldet hatten, könnte das Restaurant aus Sicht des Rechtsanwaltes auch relativ bald wieder öffnen. „Wenn es jemanden gibt, der die Gegenstände übernimmt, geht es rasch. Dann steht einer Wiederaufnahme nichts im Wege.“

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Info

Gläubiger – auch Kunden, die noch Gutscheine haben – müssen sich an den Insolvenzverwalter wenden: per Mail unter info@tappmeier.de