Projekt Mit Hochbeeten wächst Gemeinsinn

Ulm / Beate Storz 03.11.2017
Ein ehrenamtliches Organisationsteam will mit einem Quartiersgarten für sämtliche Nachbarn Leben ins Dichterviertel bringen. Auch die Elly-Heuss-Realschule beteiligt sich.

Im Dichterviertel hat die Gartensaison bereits begonnen. Zumindest traf sich zum ersten Mal der zuständige Stammtisch im Café Blau an der Gartenstraße. Geplant ist ein Quartiersgarten mit Hochbeeten für alle Bewohner des Dichterviertels und zwar auf dem ehemaligen Parkplatz der Wagner-Grundschule. Das Besondere daran: Die Nachbarn selber dürfen den Garten gestalten und bewirtschaften.

Das Quartiersgarten-Team hatte zum ersten Treffen ins Café Blau eingeladen, und 13 Nachbarn waren gekommen. Im Organisationsteam sind Birgit Reiß, Iris Graf, Antje Liskien-Diener und Linnea Diener. Sie kümmern sich um fast alles – vom Stammtisch über die Arbeitseinsätze bis hin zum Materialeinkauf. Die Bewohner des Viertels wiederum sollen ihre Ideen, ihre Kreativität und ihre Arbeitskraft einbringen.

Auch Theaterbesuche geplant

Die ersten Hochbeete stehen schon, denn die Auszubildenden der Firma Wölpert haben einen Tag lang Beete aufgebaut. „Das sind Bürokaufleute, die ihren sozialen Tag bei uns abgeleistet haben“, berichtet Birgit Reiß. „Wir wollen hier Leben ins Viertel bringen. Der Garten soll ein sozialer Ort sein, bei dem sich Menschen jeden Alters treffen. Wir wollen auch außerhalb des Gartens etwas unternehmen, wie Filmeabende oder Theaterbesuche“, sagt Birgit Reiß.

Die vier Quartiersfrauen bringen schon Erfahrung mit. So berichtet Antje Liskien-Diener über den Neunkirchengarten am Sulzbach-, Ecke Neunkirchenweg. Dort hat die Biologin zusammen mit Iris Graf einen Garten für die Nachbarn angelegt.

Doris Mall wiederum ist Lehrerin an der Elly-Heuss-Realschule: „Der Quartiersgarten ist in unmittelbarer Schulnähe. So ein Projekt habe ich mir für meine Schüler schon immer gewünscht.“ Sie hat ihren Schüler Manuel aus der Klasse 8c mitgebracht. „Wir hatten früher eine Schulgarten-AG. Das fand ich Klasse und war sehr traurig, als sie abgeschafft wurde“, erzählt der 14-Jährige. Er findet die Idee super, künftig bei einem Quartiersgarten mitzuhelfen.

Wolfgang Hölz wohnt im Dichterviertel. Der Lehrer unterrichtet im RAZ (Regionales Ausbildungszentrum) junge Jugendliche und bereitet sie auf den Beruf des Hausmeistergehilfen vor. „Meine Schüler hätten gleich praktische Erfahrung und das Viertel hätte fleißige Helfer.“ Er könnte auch ein Fahrzeug mit Anhänger zur Verfügung stellen.

Die Quartiersgruppe stellt sich vor, dass es mehrere Gemeinschaftsbeete gibt, aber auch Beete, die bestimmten Personen gehören, die jene komplett selbst bewirtschaften, einschließlich der Ernte. Ein paar Probleme müssen die Gärtner noch bewältigen: So ist bislang unklar, woher das Gießwasser kommen soll und es fehlen noch einige Hochbeete. Ein Sommerprojekt steht aber schon fest: Geplant ist eine Pflanzen- und Samentauschbörse.

Arbeitseinsatz und Stammtisch

Treffen Morgen, Samstag, 4. November, sollen weitere Hochbeete aufgebaut werden. Treffpunkt ist  um 10 Uhr im Quartiersgarten. Freiwillige handwerklich engagierte Helfer werden gesucht. Bei Dauerregen entfällt der Termin. Der nächste Stammtisch ist am 30. November um 19 Uhr im Café Blau an der Gartenstraße.

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