Konzert Mit Finesse: Das Kammerorchester Ulmer Studenten

Ulm / Gottfried Lothar 27.06.2018

Seit mehr als 30 Jahren trumpft das Kammerorchester Ulmer Studenten mit durchdachten Konzerten auf: mit kammermusikalischen Stücken, sinfonischen Highlights oder gar Opern wie zum 25-Jährigen Mozarts „Die Zauberflöte“. Im gut besuchten Stadthaus konnte der Klangkörper am Sonntag mit einem weiteren Höhepunkt aufwarten. Denn die drei Titel des Programms bedurften verschiedener Besetzungen, die mit den Instrumentalisten des Orchesters immer bestens bedient wurden.

Ein unbekannteres Werk eröffnete zunächst das nachmittägliche Konzert. Introduktion und Allegro für Streicher, op. 47 von Edward Elgar bezauberten durch einen satten Streicherklang im Wechsel mit einem solistischen Quartett.

Barbara Seibold (1. Violine), Miriam Rasch (2. Violine), Benedikt Haggenmüller (Viola) und Franziska Rees (Violoncello) spielten ihren Part ganz wunderbar und luden mit dem feinen Spiel eines walisischen Liedes immer wieder zum Träumen ein, im steten Wechsel und Kontrast zu der Klangfülle der übrigen 19 Streicher.

Träumerisch und rustikal

Nach der Streicherseligkeit kamen dann die Bläser an die Reihe, um mit Antonin Dvoraks Serenade für zehn Bläser, Violoncello und Kontrabass d-Moll, op. 44 die Stimmung zu verändern. Auf das Träumerische folgte jetzt das volkstümlich Rustikale mit den deutlichen Anleihen an die tschechische Volksmusik.

Auch die neun Bläser (das Kontrafagott war ausgespart) wurden von Achim Schmid-Egger mit kraftvollen und ausladenden Gesten sicher dirigiert und vermochten so, die musikalischen Finessen des Werkes deutlich auszuspielen, wenn dabei auch nicht alles gelang. Der fröhliche Charakter des Stückes übertrug sich vor allem auch auf die zahlreichen Kleinkinder in den vorderen Reihen des Publikums, die zum finalen Furioso auf den Knien ihrer Väter galoppieren durften.

Mit Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 stand nach der Pause schließlich noch ein großer sinfonischer Brocken auf dem Programm, der nun alle Musiker des Orchesters zusammenbrachte. Die junge Zahnmedizinstudentin Susanne Schneider spielte den Solopart auswendig und ließ sich in ihrem Spiel auch nicht von den herumlaufenden Kindern beirren.

Mit kraftvollem Anschlag gelang ihr eine gute Interpretation des Werkes, dessen düsterer Charakter wirkungsvoll mit lichten Passagen kontrastierte. Die Musiker des Kammerorchesters begleiteten die Solistin mit Feinsinn.

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