Ulm Kulturnacht: Mit Bands in Bus und Bahn feiern

Diesen Kalender gibt es in der Kulturnacht in der Druckwerkstatt.
Diesen Kalender gibt es in der Kulturnacht in der Druckwerkstatt. © Foto: Peter Honc
Ulm / Helmut Pusch 10.09.2018
Am Samstag starten Clubs, Museen und Institutionen mit der Kulturnacht wieder gemeinsam in die neue Saison.

Sie ist eine höchst nachhaltige Erfolgsgeschichte. Seit 17 Jahren starten die Ulmer und  Neu-Ulmer Kulturanbieter mit einer gemeinsamen Kulturnacht in die Saison. Rund 500 Mitwirkende sind alljährlich dabei, die dieses Jahr an 110 Orten die Besucher unterhalten. Und die strömen seit Jahren verlässlich, rund 10 000 Interessierte zählen die Veranstalter jedes Jahr.

Auch heuer dürfte diese Marke erreicht werden: „Das Wetter am Wochenende spielt mit“, sagte am Montag der Neu-Ulmer Kulturamtsleiter Ralph Seiffert bei der Vorstellung des Programms im Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Museum. Das war wegen seines Umbaus zwei Mal nicht bei der Kulturnacht dabei – jetzt wird es aber wieder einer der zentralen Anlaufpunkte in Neu-Ulm sein und bietet unter anderem Musik-Kabarett mit Ines Martinez und Bobbi Fischer.

Viele der 110 Orte sind schon seit Jahren mit von der Partie, wie etwa das Münster: Dort gestalten 14 Chöre aus Ulm und Neu-Ulm eine überkonfessionelle Chornacht. Apropos Religion: Bei der Kulturnacht machen auch der Buddhistische Tempel Devi und die Synagoge mit. Eine Frage der Toleranz, die die Kulturnacht insgesamt fördern will. „Kultur soll nicht nur unterhalten, sondern auch provozieren, ja vielleicht manchmal ärgern. Auf jeden Fall soll sie aber für neue Blickwinkel sorgen“, sagte am Montag die Ulmer Kulturbürgermeisterin Iris Mann. „Das ist in Zeiten, in denen sich viele mit einfachen Antworten zufrieden geben, wichtig.“

Kultur habe auch immer eine gesellschaftspolitische Komponente, betonte Seiffert – und schlug den Bogen zur Digitalisierung: „Wir Menschen brauchen eben mehr als nur Strom.“ Gesellschaftspolitisch ist die Kulturnacht auch tätig, arbeitet etwa mit der Kulturloge zusammen, die sozial Benachteiligten Tickets zur Verfügung stellt, aber auch Menschen, die mit Flüchtlingen das Event besuchen wollen.

Tanz im Stadthaus

Natürlich sind die Anziehungspunkte im Zentrum wieder der Münsterplatz, wo es neben Christine Langers Rosskultur – Lyrik vom Pferderücken – auch viele Angebote für Kinder gibt, und das Stadthaus, wo natürlich die Strado Compagnia Danza zu einer Performance lädt. Dieses Jahr lohnt es sich aber auch besonders, unterwegs zu sein: Es gibt zwei Musik-Straßenbahnen und einen Kulturbus, der erstmals in der Kulturnacht dabei ist. Das ist ein zum Club umgebauter Gelenkbus, der mit den Musikern von Cry Sis von 20 bis 3 Uhr im Stadtgebiet unterwegs ist. Und wer am Gäns­tor aussteigt, kann wenige Meter weiter auch gleich Kunstkalender fürs nächste Jahr erstehen. Entworfen und gedruckt wurde er von den Künstlern der Druckwerkstatt in der Pionierkaserne.

Info Das komplette Programm der Kulturnacht gibt es in der morgigen Ausgabe der SÜDWEST PRESSE. Am Samstag ist auch der Aktionstag „Ohne Auto – Mo­bil“ mit kostenlosem Nahverkehr im gesamten DING-Gebiet. Tickets für die Kulturnacht kosten 10 (erm. 8) Euro.

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