Wahlkampf Ministerpräsident Ramelow zu Gast in Neu-Ulm

Hemdsärmelig: Ministerpräsident Ramelow.
Hemdsärmelig: Ministerpräsident Ramelow. © Foto: Oliver Schulz
Neu-Ulm / cmy 18.08.2018

Blaulicht-Eskorte zur und Polizeischutz vor der Schlössle-Brauerei: So ist das, wenn ein leibhaftiger Ministerpräsident zu Besuch kommt. Bodo Ramelow, einziger Linker unter den 16 deutschen Länderchefs, präsentierte sich dann aber im wahrsten Wortsinn als hemdsärmeliger Typ: Jackett abgelegt – und auf die Frage eines Genossen, ob man ihn siezen müsse, die Antwort: „Ich bin als Wahlkämpfer hier, da ist ein Du angebracht.“

45 Minuten zog Bodo dann alle Register: plädierte etwa für eine Grundsicherung für Kinder und für eine moderne Bürgerversicherung, „in die auch Millionäre einzahlen müssen“. Oder geißelte die Zunahme von befristeter Beschäftigung und Leiharbeit. Eines ist dem ehemaligen Gewerkschafter wichtig: eine solidarische Gesellschaft. Die Entwicklung laufe leider ins Gegenteil. Auch, weil von der politischen Rechten Angst geschürt werde, mit dem Ziel, Menschen gegeneinander auszuspielen: alt gegen jung, krank gegen gesund, Ost gegen West, Deutsche gegen Ausländer. Die größte Gefahr gehe dabei von der AfD aus. „Ich habe in Thüringen Björn Höcke. Der ist ein Originalfaschist. Der redet nicht nur wie Goebbels, der meint es auch so“, sagte Ramelow.

Obwohl er einräumte, im Bundesrat mit Bayerns Ex-Landesvater Seehofer ganz gut gekonnt zu haben, hofft Ramelow natürlich, dass die Linke bei der Bayern-Landtagswahl am 14. Oktober die Fünf-Prozent-Hürde nimmt. „Der Söder braucht dringend eine kräftige Stimme von links.“

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