Wissenschaft Millionenschub für Ulmer Quantenforscher

Ulm / cmy 06.06.2018
Geldsegen für ein Co-Projekt: Mit bis zu acht Millionen Euro fördert die Zeiss-Stiftung die Unis Ulm und Stuttgart.

In der ersten Runde der Exzellenzstrategie hatte die universitäre Quantentechnologie aus Ulm und Stuttgart bereits überzeugt und durfte deshalb einen Vollantrag für ein Exzellenzcluster stellen – Ende September fällt die Entscheidung über diesen Antrag. Doch schon jetzt hat die Carl-Zeiss-Stiftung das Forschungsvorhaben „T-Quant“ für eine Millionenförderung ausgewählt. In diesem Projekt sollen Erkenntnisse aus der Quantenwissenschaft in die Anwendung getragen werden.

Sensoren entwickeln

Mit bis zu acht Millionen Euro will die Zeiss-Stiftung die Aktivitäten der interdisziplinären Forschergruppe aus Ulm und Stuttgart in den kommenden sechs Jahren fördern, heißt es in einer Mitteilung der Uni Ulm. Die Physiker, Ingenieure, Lebenswissenschaftler sowie Mathematiker und Experten aus weiteren Fachdisziplinen wollen die Gesetze der Quantenmechanik für neue biomedizinische Anwendungen nutzen. Konkret arbeiten sie daran, bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie zu optimieren und hochleistungsfähige Sensoren zu entwickeln.

 In der Quantentechnologie sind die drei Partner, die Universitäten Ulm und Stuttgart sowie das Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart, schon jetzt führend. Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, Vorsitzende der Stiftungsverwaltung der Carl-Zeiss-Stiftung, sagt dazu: „Diese Entwicklung soll durch unsere Förderung weitergeführt und gestärkt werden.“

In beiden Universitätsstädten sind Forschungsgebäude für die Quanten-Biowissenschaften, die auf die Bedürfnisse der Forscherinnen und Forscher abgestimmt sind, im Entstehen oder bereits in Betrieb.

„Die Förderentscheidung der Stiftung bestärkt uns weiter in unserem Forschungsvorhaben. Die Verbindung der Quantentechnologie mit der Biomedizin ist einmalig und wird in innovativen Anwendungen für Forschung und Diagnostik münden“, sagt Prof. Joachim Ankerhold, Vizepräsident der Universität Ulm für Forschung und Informationstechnologie, der zusammen mit Prof. Tilman Pfau von der Uni Stuttgart Direktor des standortübergreifenden Zentrums IQST ist. Prof. Jörg Wrachtrup von der Universität Stuttgart und Sprecher des TQuant-Projekts betont: „Die Förderung durch die Carl-Zeiss-Stiftung wird es uns erlauben, die neuen Möglichkeiten der Quantensensorik in die medizinische Anwendung und Forschung zu übertragen.“

Geld vornehmlich für Technik-Projekte

Dividende Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert wissenschaftliche Projekte vorrangig aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Sie finanziert ihre Fördertätigkeit aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen Carl Zeiss und Schott.

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