Vereine Großprojekte: Millionen für den Sport

Anstelle der alten Jahnhalle und des Tennisheims soll ein neues Vereinszentrum für zwölf Millionen Euro entstehen.
Anstelle der alten Jahnhalle und des Tennisheims soll ein neues Vereinszentrum für zwölf Millionen Euro entstehen. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Hans-Uli Mayer 13.06.2018
Der SSV 46 und die TSG Söflingen können ihre Großprojekte planen. Die Stadt gewährt großzügig Zuschüsse.

Die Stadt gibt ein klares Signal an zwei Vereine: In einer gemeinsamen Sitzung des Fachbereichsausschusses Sport und des Hauptausschusses des Gemeinderats haben die TSG Söflingen und der SSV Ulm 1846 grünes Licht für ihre großen Bauprojekte bekommen und durch die großzügigen Zuschüsse mithin auch einigermaßen Planungssicherheit. Durch die Zuschüsse, Darlehen und Kompensationszahlungen für entgangene Zuschüsse des Württembergischen Landessportbundes (WLSB) können die Vereine im Grunde mit jeweils einer 80-prozentigen Unterstützung zu den Baukosten rechnen.

Klare Mehrheit

Trotz einer letztlich klaren Mehrheit bei nur zwei Gegenstimmen (Erik Wischmann und Ralf Milde, beide FDP) und einer Enthaltung (Karin Graf, CDU) war es bis zur Abstimmung am frühen Abend noch ein langer Weg. Die erste Stunde beriet das Doppelgremium unter Leitung von OB Gunter Czisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit, um weitere Fragen zur Wirtschaftlichkeit der Projekte zu diskutieren.

Letztlich war es die FDP, der die Unterlagen vor allem dazu für einen solch weitgehenden Beschluss nicht ausreichten. Besonders bei der TSG äußerte Wischmann diese Sorge, weil die Reduzierung des nun Sportopia II genannten Vorhabens vor allem zulasten des kommerziellen Teils gegangen sei. Er wolle sich den Projekten zwar nicht grundsätzlich verschließen, hätte aber gerne mehr Details gehabt.

Vor allem hätte sich Wischmann mehr Klarheit von einer Arbeitsgruppe des Gemeinderats erhofft, die beiden Vereinen in der Projektplanung zur Seite gestellt werden soll. Dies ist ein Novum und Bestandteil des Beschlusses, durch den sich die Politik mehr Transparenz bei den Großprojekten erhofft. Wischmann hätte aber gerne eine erste Sitzung abgewartet und erst dann über die Bezuschussung abgestimmt.

Wie berichtet, plant die TSG eine dreigeschossige Halle mit Gymnastikräumen und einer basketballtauglichen Halle, deren Kostenrahmen zum jetzigen Zeitpunkt bei etwa 7,5 Millionen Euro liegt. Der SSV baut gleich zweimal: ein neues Tennisheim gemeinsam mit dem TK Ulm. Vor allem aber soll die alte Jahnhalle komplett abgerissen und neu gebaut werden. In den Jahnsportpark sollen zwei Gymnastikräume, ein Mehrzweckraum und eine Dreifeld-Sporthalle. Kostenschätzung: 10 bis 12 Millionen Euro.

Trotz der hohen Summen, die auf die Stadt zukommen, signalisierten alle anderen Fraktionen, dass es nun endlich an der Zeit sei, „einen Knopf dran zu machen“, wie sich Grünen-Stadträtin Sigrid Räkel-Rehner äußerte. Die Grünen scheiterten aber mit einem Antrag, nur die Hälfte der so genannten WLSB-Kompensation als Zuschuss und die andere als Darlehen zu gewähren. Das würde die Vereine nur zusätzlich belasten, konterte Reinhold Eichhorn von den Freien Wählern.

Auf kleine Vereine aufpassen

Für die SPD sagte Dorothee Kühne die „uneingeschränkte Zustimmung“ zu. Allerdings mahnte sie auch, die kleineren und kleinen Vereine nicht aus dem Blick zu verlieren, die nicht unter den Groß-Zentren der Großvereine leiden dürften. Am kürzesten machte es Hans-Walter Roth von der CDU, der die Glaubwürdigkeit des Gemeinderats gefährdet sieht, wenn dieser wieder nicht abgestimmt hätte.

Bei aller Euphorie drückte OB Czisch mit seiner Fahrlehrer-Metapher (“Der Verein sitzt am Steuer, und der Gemeinderat ist der Fahrer“) sprichwörtlich auf die Bremse. Es gebe bei den Einzelfallentscheidungen keinen Automatismus. Und Finanzbürgermeister Martin Bendel erinnerte an den Haushaltsvorbehalt. Das heißt: Geld gibt es nur, wenn es die städtischen Finanzen auch hergeben.

Weitere Zuschüsse für Investitionen beschlossen

SSV 1846 Der Schwimm- und Sportverein bekommt für die Erneuerung der Umwälzpumpe im Hallenbad 19 655 Euro und 8240 Euro für die Sanierung des Nichtschwimmerbeckens im Freibad.

Reitverein Wiblingen Der Reit- und Fahrverein Wiblingen bekommt 2700 Euro für die Erneuerung eines Koppelzauns der Schulpferdmatschkoppel.

ESC Ulm Für die Sanierung des undichten Daches über den Umkleideräumen und der Kegelbahn bekommt der ESC 27 027 Euro.

Golf Club Ulm Für die Anschaffung von zwei neuen Rasenmähern gibt es 12 500 Euro Zuschuss.

TSG Söflingen Zum Bau einer LED-Trainingsbeleuchtung auf dem Meinloh Sportplatz schießt die Stadt insgesamt 65 722 Euro zu.

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