Ulm Million um Million

RUDI KÜBLER 11.08.2012
Dass den Mitarbeitern von Vermögen und Bau Baden-Württemberg die Arbeit nicht ausgeht, dafür sorgt schon die Wissenschaftsstadt: Nächstes Projekt ist das Helmholtz-Institut, Baubeginn Ende September.

Nach dem Projekt ist vor dem Projekt. Kaum ist das 4,5 Millionen Euro teure Casino des Uni-Klinikums in Betrieb genommen, wird in ein paar Wochen schon die Psychosomatische Klinik bezogen. Kostenpunkt 7 Millionen Euro. Beide Bauvorhaben waren im Frühjahr 2011 begonnen worden. Beides ging also äußerst flott über die Bühne - sage nur einer, der Landesbetrieb arbeite langsam. Wilmuth Lindenthal lacht da nur. "Wir haben ja nicht nur die Universität, das Uni-Klinikum und die Hochschulen zu betreuen", sagt der Leiter des Ulmer Amtes Vermögen und Bau Baden-Württemberg (siehe Info).

Am Oberen Eselsberg wird freilich am offensichtlichsten, was Lindenthal und seine Mitarbeiter umtreiben: viele Millionen Euro. Sie werden, um es salopp zu sagen, nicht nur "verbuddelt", noch mehr Geld wird in die Sanierung investiert. Ein paar Beispiele:

Die Mitarbeiter des "Helmholtz-Instituts Ulm für Elektrochemische Energiespeicherung" (HIU) sind noch in angemieteten Laboren und Büros untergebracht. Das soll sich ändern, "möglichst schnell, mit möglichst großem Raumangebot", sagt Lindenthal. Spatenstich für den dreigeschossigen Neubau ist am 26. September, 12 Millionen kostet das Gebäude, das "beste Forschungsbedingungen" bietet. Ende der Bauzeit: Dezember 2013.

Anfang September werden an der Uni West die Arbeiten für ein neues Lehrgebäude für Psychologie begonnen. Ein großer Hörsaal für 200 Studenten sowie sechs kleinere Seminarräume für 2 Millionen Euro entstehen dort. Bauzeit: ein Jahr.

Die Zeit drängt auch für den dreigeschossigen Anbau an die Hochschule Ulm. Start: Oktober. Bis zum Wintersemester 2013/14 müssen die Seminarräume in der Einstein-Allee fertiggestellt sein. Kosten: 2,5 Millionen Euro.

Und da sind die Sanierungen. Jüngst wurde der letzte Sanierungsabschnitt an der Hochschule Ulm gefeiert (wir berichteten). Die Kosten für die seit 1999 laufenden Arbeiten: 31 Millionen Euro.

An der Uni werden seit 2010 sukzessive die 13 Gebäudekreuze saniert, dafür werden 26 Jahre veranschlagt. Pro Kreuz zwei Jahre also mit Kosten, die im Normalfall bei 18 Millionen Euro liegen. Wobei das nächste Gebäudekreuz laut Lindenthal bereits als "Spezialfall" gilt, weil dort mit der Tierforschung die teuersten Labore untergebracht sind. Kosten: 32 Millionen Euro.

Bleibt die Klinik für Innere Medizin, die ebenfalls in die Jahre gekommen ist. Die rund 50 Millionen Euro teure Sanierung wird demnächst begonnen und wird sich über zehn, zwölf Jahre hinziehen, schätzt Wilmuth Lindenthal.