Die Mieten in Ulm steigen in den nächsten zwei Jahren nur moderat. Dies legt der Mietspiegel 2017 fest, den nun der Bauausschuss ohne größere Debatte absegnet hat. Er sieht eine Erhöhung der Mieten in Ulm und Neu-Ulm nach Preisindex um rund 2,7 Prozent vor. Die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter für Ulm erhöht sich dadurch von zuletzt 7,23 Euro auf 7,43 Euro. Baubürgermeister Tim von Winning verwies darauf, dass der Mietspiegel ein wichtiges dämpfendes Element im derzeit angespannten Mietmarkt darstellt.

Die beiden Städte Ulm und Neu-Ulm hatten 2015 erstmals einen qualifizierten Mietspiegel mit neuem Datenmaterial erstellt, der nach zwei Jahren nun lediglich auf Grundlage des Indexwerts fortgeschrieben wird. Erst nach vier Jahren, also 2019, gibt es dann einen ganz neuen Mietspiegel.

Rechner im Internet

Die Stadt Ulm veröffentlicht den Mietspiegel auch online mit einem Mietrechner. Die Mieten in Ulm reichen von 6,44 Euro bei einer Wohnung mit über 120 Quadratmetern aus den Jahren 1919 bis 1955 bis zu 12,68 Euro für eine zwischen 2010 und 2015 gebaute 30-Quadratmeter-Wohnung.

Es gibt eine Reihe von Zu- und Abschlägen, die Einfluss auf die vom Mietspiegel erlaubte Miete haben. Den höchsten Zuschlag gibt es für Barrierefreiheit mit acht Prozent, danach für Parkettböden mit sieben Prozent. Für eine Erdgeschosswohnung beträgt der Abschlag sechs Prozent.

Bei der Erstvermietung einer neuen Wohnung sind die Investoren allerdings nicht an den Mietspiegel gebunden. Jedoch soll auch kein Mietwucher möglich sein, so dass die Miete nicht mehr als 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Dies teil das Baurechtsamt mit. Bei Mieterwechseln greift zudem die Mietpreisbremse: Die Miete darf nicht mehr als 10 Prozent über der ortsüblichen Miete liegen. Bei Mieterhöhungen von laufenden Verträgen gibt es eine Kappungsgrenze: maximal 15 Prozent in drei Jahren.