Ulm Michael Endes "Wunschpunsch" im Alten Theater

Planen das Böse: Stefan Wancura als Dr. Beelzebub Irrwitzer (rechts) und Jenny Fuchs als Adlatus.
Planen das Böse: Stefan Wancura als Dr. Beelzebub Irrwitzer (rechts) und Jenny Fuchs als Adlatus. © Foto: Jens Franke
Ulm / ELVIRA LAUSCHER 10.11.2015
Michael Endes Kinderbuch "Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch" hat Ralf Rainer Reimann fürs Akademietheater in Szene gesetzt. Im Alten Theater hatte die Inszenierung jetzt Premiere.

Der letzte Tag des Jahres - und der böse Zauberer Beelzebub Irrwitzer (Stefan Wancura) und seine Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl (Barbara Schmidt), haben nur noch wenige Stunden Zeit, ihr Soll an bösen Taten für das vergangene Jahr zu erfüllen. Schaffen sie es nicht, dann werden sie vom Gerichtsvollzieher gepfändet. Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch soll ihnen dabei helfen die Welt zugrunde zu richten. Mit ihm kann bei jedem getrunkenen Glas ein Wunsch ausgesprochen werden, der sich allerdings ins Gegenteil verkehrt. Doch Kater Maurizio (Claudia Steiner) und Rabe Jakob (Anna Elisabeth Brüderl) können das Schlimmste verhindern.

Das Akademietheater hat mit dem Wunschpunsch ein spannendes und aufwändiges Stück inszeniert. Allein die drei Zaubertische auf Beinen sind sehenswert, die mit allerlei blinkenden und ratternden Utensilien einer modernen Hexenküche ausgestattet wurden. Auch die pfiffigen und kreativen Kostüme (Andrea Brendel) und die Bühnenausstattung mit Stroboskoplichtern und farbigen LEDs (Günther Brendel) überzeugen.

Besonderes Lob gebührt aber den Schauspielern! Brillant Anna Elisabeth Brüderl als kränkelnder Unglücksrabe Jakob Krakel. "Das ist kein Spaß nicht", lamentierte sie urkomisch und flatterte mit ihren gestutzten Flügeln oder zoffte sich mit Kater Maurizio, dem "Vogelfresser". Wundervoll auch Stefan Wancura als Zauberrat Irrwitzer und Barbara Schmidt als Geldhexe. Herrlich, wenn er seine Schweißerbrille von der Bademütze zog, um etwas näher zu betrachten, oder sie mit ihren übergroßen Hüften wackelte! Auch das Besäufnis mit dem von den Tierspionen manipulierten Zauberpunsch und die damit verbundenen Verbalentgleisungen und Versprecher sorgten für viele Lacher. Ein wundervolles Märchen, das Erwachsenen und Kindern gleichermaßen Spaß macht.

Info Weitere Aufführungen, am 15. November, am 6., 13., und 20. Dezember, jeweils 15 Uhr, im Alten Theater.