Ulm Metallindustrie in der Region Ulm investiert

Ulm / FRANK KÖNIG 05.06.2013
Die Metallindustrie ist das wirtschaftliche Herz der Region und sorgt für Beschäftigung - auch durch ihre Investitionen. Ungeachtet einer Umsatzdelle bleibt der positive Trend bestehen. Es gibt aber Probleme im Export.

Die Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie ist trotz einer Umsatzdelle im vergangenen Jahr "absolut zuversichtlich." Das sagte der Achstetter Unternehmer Stefan Halder von der Bezirksgruppe Ulm des Arbeitgeberverbands Südwestmetall am Dienstag vor der Presse. Halder begründete seine Einschätzung mit dem steigenden Investitionsvolumen der Betriebe. Auch der Personalbedarf der 119 Unternehmen nehme leicht zu, spätestens nächstes Jahr dann auch der Umsatz. Den nun bei einer Konjunkturumfrage ermittelten Rückgang der Belegschaft im Jahresverlauf um fast 1000 auf 40.632 Mitarbeiter bezeichnete der Vorsitzende der Bezirksgruppe, Thomas Handtmann, jedoch als "nicht so schön".

Handtmann, Halder und der Ulmer Südwestmetall-Geschäftsführer Götz Maier legten aber Wert darauf, dass ihre Prognose vom Vorjahr eingetroffen ist und der Personalabbau bei Centrotherm, Iveco und Nokia nicht zu einer Katastrophe auf dem regionalen Arbeitsmarkt geführt hat, sondern viele Betroffene von Industrie und Handwerk aufgenommen wurden.

Die Metallindustrie, die Maier als das wirtschaftliche Herz der Region bezeichnete, befindet sich nach dem Rekordjahr 2011 aus Sicht von Südwestmetall zuletzt in einer Art Seitwärtsbewegung. Steigende Umsätze erwarten die Unternehmer erst wieder 2014. Im abgelaufenen Jahr gingen die Einnahmen dagegen auf hohem Niveau um etwa acht Prozent auf knapp 13 Milliarden Euro zurück. Der Rückgang stammt im Wesentlichen aus dem Export, während es im Inland und in konsumnahen Sparten gut läuft.

Handtmann machte klar, dass die Branche auf Erfolge im Export angewiesen ist und ihren Vorsprung nur mit technischen Innovationen verteidigen kann. Der Absatz in Nordamerika und Asien, vor allem China, verläuft erfolgreich. Handtmann berichtete auch von anziehenden Bestellungen aus Ägypten bei Wurstmaschinen. Russland sei ebenfalls ein interessanter Markt. Schwierigkeiten gebe es vor allem in Ländern, die von der Euro-Schuldenkrise betroffen sind: Spanien, Portugal, Italien und Frankreich.

Ungeachtet der Exportprobleme, die vorrangig Investitionsgüter betreffen, bleibt der langfristige Aufwärtstrend bei Metall seit dem Krisenjahr 2009 intakt. Für 2013 erwartet mehr als die Hälfte der Betriebe steigende Umsätze. Mit einem deutlichen Rückgang rechnet keine einzige Firma. Jedoch erwarten immerhin 17 Prozent weniger Aufträge.

Der jüngste Abbau der Belegschaften hängt nach Darstellung Halders mit der leicht rückläufigen Auslastung der Kapazitäten zusammen. Betroffen waren vor allem Zeitarbeiter, deren Zahl von 2200 auf unter 1800 zurückging, aber auch die Stammbelegschaften mit 34.900 nach zuvor 35.400 Arbeitsplätzen.

Es gab zwar keine Kritik am Tarifabschluss, Halder machte aber klar, dass bei stagnierenden Umsätzen und steigenden Kosten die Gewinne sinken. Die durchschnittliche Umsatzrendite bei Gesamtmetall beträgt etwa vier Prozent.

119 tarifgebundene Betriebe mit 47.224 Mitarbeitern