Neu-Ulm Messe: Rund ums Ehrenamt

Gruppenbild mit Herr: Zum Organisationsteam der Ehrenamtmesse Neu-Ulm mit Schirmherrin Christa Wanke (von links) gehören Petra Daumann, Christina Richtmann, Georg Hieber, Juliane Ott, Renate Kögel und Ilona Jehle. Es fehlt Erich Krnavek.
Gruppenbild mit Herr: Zum Organisationsteam der Ehrenamtmesse Neu-Ulm mit Schirmherrin Christa Wanke (von links) gehören Petra Daumann, Christina Richtmann, Georg Hieber, Juliane Ott, Renate Kögel und Ilona Jehle. Es fehlt Erich Krnavek. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Neu-Ulm / CHIRIN KOLB 13.02.2014
Eine Kontaktbörse soll die Ehrenamtmesse Neu-Ulm sein: Organisationen, die Helfer suchen, und Menschen, die sich einsetzen wollen, sollen zusammenfinden. Das Angebot umfasst alle Bereiche des Lebens.

Ehrenamtlich fürs Ehrenamt - so funktioniert die Ehrenamtmesse Neu-Ulm, die ein Team aus Freiwilligen zum zweiten Mal organisiert. Die erste Messe vor zwei Jahren war ein großer Erfolg, sagt Projektleiterin Christina Richtmann. "Wir hatten viele Aussteller, mehr als 500 Besucher und fast nur positive Rückmeldungen." Dieser Erfolg soll nun wiederholt werden, und zwar am Samstag, 8. März, im Edwin-Scharff-Haus.

Diesmal ist das Angebot noch breiter. Bei der ersten Ehrenamtmesse lag ein starker Akzent auf dem Sozialen. Bei der zweiten sind Organisationen aus allen Bereichen des Lebens vertreten, vom Sportverein über Naturschutz, Sterbebegleitung, Kirchen und vielem mehr. Insgesamt stellen sich 40 Einrichtungen aus Ulm, Neu-Ulm und der Region vor und werben um ehrenamtliche Helfer. 27 waren bereits vor zwei Jahren dabei, 13 neue haben sich angemeldet, sagt Richtmann. Weitere Anmeldungen können nicht mehr berücksichtigt werden.

Wer sich für ein Ehrenamt interessiert, hat auf der Messe viele Angebote unter einem Dach und kann sich in Ruhe informieren. "Es geht nicht nur ums Flanieren und Kennenlernen, sondern auch um konkrete Vermittlung", sagt die Dritte Bürgermeisterin Christa Wanke, die die Schirmherrschaft übernommen hat.

Vor zwei Jahren wurden mehr als 80 Menschen ins Ehrenamt vermittelt. Einer von ihnen bietet seither zweimal im Monat im Neu-Ulmer Familienzentrum eine Fahrradwerkstatt an. "Er zeigt Menschen, die nicht viel Geld haben, wie sie ihr Rad selbst reparieren können", erzählt Juliane Ott vom Familienzentrum, das sich ebenfalls auf der Messe präsentiert.

Generell werde es schwieriger, Ehrenamtliche zu finden, sagt Richtmann. "Die Bedürfnisse haben sich verändert." Die Zeit ist knapp, und Spaß haben und mitgestalten können spielten auch beim Ehrenamt eine immer größere Rolle. Viele Menschen wollen sich nicht langfristig binden, sondern suchen kurzzeitige Einsatzmöglichkeiten. Diese Einschätzung bestätigt Renate Kögel, die im Landratsamt die Freiwilligenagentur "Hand in Hand" betreut: "Wir bekommen zum Beispiel einen Anruf von jemandem, der an einem bestimmten Wochenende Zeit hätte und wissen will, wie er sich einsetzen kann."

Weil das Organisationsteam komplett ehrenamtlich arbeitet, reiche ein Budget von 10 000 Euro für die Ehrenamtmesse aus, sagt Richtmann. "Der größte Brocken ist die Miete." Unterstützt wird die Messe von Sponsoren, zu denen zum ersten Mal auch der Freistaat Bayern zählt. "Darüber haben wir uns sehr gefreut." Enttäuscht ist sie dagegen, dass es trotz Antrags keinen Zuschuss von der Neu-Ulmer Bürgerstiftung gab. Die Ehrenamtmesse Neu-Ulm soll künftig alle zwei Jahre stattfinden - im jährlichen Wechsel mit der Ulmer Freiwilligenmesse.