Haft Mesale Tolus Sohn beim Großvater in Istanbul

Am Montag soll entschieden werden, ob der Sohn von Mesale Tolu in Istanbul bleibt oder nach Neu-Ulm soll.
Am Montag soll entschieden werden, ob der Sohn von Mesale Tolu in Istanbul bleibt oder nach Neu-Ulm soll. © Foto: Privat
Istanbul/Ulm / cmy 13.10.2017
Am Montag will die in der Türkei inhaftierte Mesale Tolu entscheiden, ob ihr zweijähriger Sohn Serkan in Istanbul bleibt oder nach Neu-Ulm soll.

Es ist ein Spagat für die Familie. Serkan, zweijähriger Sohn der seit Ende April in der Türkei wegen „Unterstützung einer terroristischen Vereinigung“ inhaftierten Ulmer Journalistin Mesale Tolu, soll seinen dritten Geburtstag (im Dezember, Anm. d. Red.) nach dem Wunsch seiner Mutter nicht im Gefängnis feiern. „Andererseits möchte der Bub natürlich auch bei seiner Mutter sein“, sagt Baki Selcuk vom Solidaritätskreis und Sprecher der Familie.

Mittlerweile sei Serkan bei seinem Opa Ali Riza Tolu. Der Vater von Mesale lebt zurzeit in der Istanbuler Wohnung seiner Tochter und besucht sie, so oft es geht. Beim nächsten Besuchstermin am Montag wolle Mesale gemeinsam mit ihrem Vater und Serkan entscheiden, was das Beste für den Buben sei, berichtet Selcuk weiter: bei ihr zu bleiben, in der Obhut des Großvaters – oder aber in der Familie ihres Bruders Hüseyin in Neu-Ulm, der selbst Kinder hat, was für Serkan bedeuten würde, endlich wieder Spielkameraden um sich herum zu haben.

Selcuk zufolge hat Tolus Ehemann  – er sitzt ebenfalls als politischer Häftling in einem türkischen Gefängnis – seine Einwilligung gegeben.