Türkei Mesale Tolu: Pressekonferenz am Flughafen

Erst Haft, dann Ausreiseverbot: Mesale Tolu kehrt am Sonntag zurück.
Erst Haft, dann Ausreiseverbot: Mesale Tolu kehrt am Sonntag zurück. © Foto: dpa
Ulm / Christoph Mayer 24.08.2018

Direkt nach ihrer Ankunft am Stuttgarter Flughafen am Sonntag wird Mesale Tolu eine öffentliche Erklärung abgeben. Wie Tolus Unterstützerkreis gestern mitteilte, ist für 14.30 Uhr im Flughafengebäude eine Pressekonferenz mit der 16 Monate in der Türkei wegen „Terrorpropaganda“ festgehaltenen Ulmer Journalistin angesetzt. Die Veranstalter rechnen mit einem sehr großen Medienauftrieb.

In Tolus Heimatstädten Ulm und Neu-Ulm – dort lebt ihre Familie – ist für Sonntag nichts geplant. „Natürlich wird es ein großes Fest geben. Aber wir wollen ihr erst einmal ein paar Wochen Zeit geben, in Ruhe anzukommen“, sagt Cengiz Dogan vom lokalen Solidaritätskomitee.  Allerdings werden sich zahlreiche Mitglieder des Bündnisses zum Flughafen aufmachen, um Tolu zu empfangen.

In einem Brief an die Familie hat der Ulmer OB Gunter Czisch seine bereits mündlich ausgesprochene Einladung an Tolu bekräftigt. „Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Sie, sobald Sie sich dazu in der Lage sehen, bei uns im Rathaus begrüßen dürfte“, heißt es dort. Und weiter: „Willkommen in der Heimat! Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass die Familie – Eltern und Geschwister zusammen mit Ihnen und Ihrem Sohn – nun Zeit zum Durchatmen und zur Verarbeitung des Geschehenen findet.“ Tolus Ausreiseerlaubnis bezeichnet Czisch als „Etappensieg“. Denn nach wie vor säßen Deutsche in der Türkei in Haft. „Darüber dürfen wir bei aller Freude nicht hinwegsehen.“

Auch in Neu-Ulm freut man sich auf Tolus Heimkehr. OB Gerold Noerenberg stimme sich mit seinem Ulmer Amtskollegen über einen gemeinsamen Termin ab, um Tolu „in unserer Doppelstadt zu empfangen“, heißt es aus dem Rathaus.

Die deutsche Staatsbürgerin Tolu war Ende April 2017 in ihrer Istanbuler Wohnung festgenommen worden. Sie hatte in Istanbul für eine regimekritische Nachrichtenagentur als Übersetzerin gearbeitet. Mit ihrem kleinen Sohn saß sie mehrere Monate im Gefängnis. Vor Weihnachten hatte ein Gericht ihre Entlassung aus der U-Haft verkündet, jedoch  ein Ausreiseverbot verhängt.

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