Ulm Mentorenausbildung am Schießstand

Schüler sollen bei Mentorenausbildung am Schießstand der Biathlonanlage des Ulmer DAV Fair Play lernen.
Schüler sollen bei Mentorenausbildung am Schießstand der Biathlonanlage des Ulmer DAV Fair Play lernen. © Foto: Lisa Maria Sporrer
Ulm / LISA MARIA SPORRER 14.07.2016
22 Jugendliche lassen sich momentan in Dornstadt zu Mentoren ausbilden. Besonders der Fair Play-Gedanke soll im Vordergrund stehen.

Ehrgeiz zählt zu den herausragenden Eigenschaften eines Sportlers. Aber auch seine Haltung ist oft entscheidend, denn ohne Achtung vor dem Gegner könne man auch selber nicht zu sportlichen Höchstleistungen auflaufen, sagt Werner Rösch, Leiter des Biathlonzentrums in Ulm-Dornstadt. Bereits zum siebten Mal begleitete er den Schülermentorenlehrgang „Fair Play“, der am Montag bei den Sportfreunden Dornstadt startete und am Freitag in der Biathlonanlage seinen Abschluss finden wird.

Beteiligt an dem Projekt, das vom Kultusministerium Baden Württemberg initiiert wurde, sind der Württembergische Leichtathletik-Verband, der Schwäbische Skiverband und der Württembergische Schützenverband. „Nach dem Amoklauf in Winnenden wurden verschiedene Fachverbände vom Kultusministerium eingeladen“, sagt Rösch. Denn nicht nur die Schützen hätten damals Probleme mit dem Nachwuchs gehabt; es sollte auch ein Programm für Gewaltprävention erarbeitet werden.

So beschäftigen sich die insgesamt 22 angemeldeten künftigen Schülermentoren neben den unterschiedlichen sportlichen Disziplinen, während der Woche immer auch mit Übungen zum Aggressionsabbau, mit interaktiven Spielen mit dem Schwerpunkt Fair Play, und erhalten außerdem weiterführende Informationen zu gewaltpräventiven Maßnahmen.

„Das ist ein interessantes Thema und ich kenne viele, denen der Lehrgang hier auch praktisch weitergeholfen hat“, begründet Lisa Julie Kohler ihre Entscheidung, Schülermentor werden zu wollen. Die 14-jährige Schülerin der Anna-Essinger-Schule in Ulm lernte am Dienstag mit ihren Sportkameraden das Schießen mit einem Bogen, einer Luftpistole und einem Luftgewehr.

Schwer fällt ihr das nicht, schließlich schießt die Biathletin auch in ihrem Sport in ihrer Altersklasse schon mit dem Luftgewehr. Bei einem Schülercup wurde sie in ihrer Altersklasse schon einmal in der Gesamtwertung Dritte und gewann den Sprint in Oberhof. Auch der 13-jährige Till Teubner kam über Biathlon zu dem Lehrgang. Und auch er ist in seinem Sport, mit einem ersten Platz sowohl im Sprint als auch im Massenstart, sowie dem Titel Landesmeister aus dem vergangenen Jahr, durchaus erfolgreich.

„Ich wollte mal erfahren, wie andere Sportarten sind“, sagt der Schüler der Elly-Heuss-Realschule. Aber nicht nur die eigene Erfahrung stehe bei dem Mentorenlehrgang im Vordergrund. Wenn er ihn erfolgreich absolviert, will er auch künftig seinen Lehrern bei Bedarf unter die Arme greifen, meint Teubner. Denn nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung sollen die Sportmentoren mit Unterstützung einer Lehrkraft eine Gruppe im Rahmen von schulischen Projekten und Wettkämpfen mitverantwortlich führen und betreuen. So wird am kommenden Freitag auch die praktische Prüfung der Teilnehmer aussehen, sagt Rösch.

Mit Schülern der Dornstädter Schulen, sollen die 22 Mentoren aus Isny, Ulm und Schwäbisch Gmünd bei einer Art Bundesjugendspielen komplett die Organisation gemeinsam übernehmen. „Das geht von der Startnummernausgabe bis zur Siegerehrung“, meint Rösch. Und natürlich werde dabei auch besonderes Augenmerk auf den Aspekt gelegt, den jeder Sportler so früh wie möglich lernen sollte: Fair Play.

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