Kein lautes Brummen von Motoren ist zu hören als die Spedition BTK Logistik aus Rosenheim ihre ersten Lastwagen mit dem umweltfreundlichen Treibstoff Liquid Natural Gas (LNG) bei Iveco im Industriegebiet Donautal abholt. Natürliches Gas spielte zuletzt auch in der aktuellen Diesel-Debatte eine Rolle.

Denn für Sattelschlepper ist Elektromobilität noch kein großes Thema. BTK-Chef Bernhard Reichert ist daher im Ulmer Iveco-Kundencenter fest überzeugt: „Flüssiges Erdgas ist die einzige Alternative zum Diesel“.

Mit 380 Kilogramm Flüssiggas in zwei separaten Tanks kommt der Sattelschlepper des Typs Iveco Stralis bis zu 1600 Kilometer  weit. Damit der Lastwagen so viel Gas tanken kann, wird es auf minus 160 Grad heruntergekühlt. Somit reduziert sich das Volumen auf ein Sechshundertstel.

Der Energieaufwand, um die Temperatur zu halten, ist allerdings beträchtlich. Ein weiteres Thema bei LNG ist die derzeit noch fehlende Infrastruktur. Neben einer Tankstelle in Ulm – beim Iveco-Werk – und einer zweiten in Berlin wird am Freitag erst die dritte von BTK Logistik am Standort in Nördlingen gebaut. Dort werden auch die neuen Stralis-Trucks stationiert.

Ansonsten gibt es tatsächlich bisher keine weiteren Tankstellen in Deutschland. Manfred Kuchlmayr von der Unternehmenskommunikation bei Iveco sieht den Grund im vergleichsweise billigen Diesel: „Der Liter Diesel wird in Deutschland mit 40 Cent subventioniert. Das Kilo Erdgas nur mit 20 Cent“.

Mit Gas fast keine Emissionen mehr


Vorteile LNG – auch viel ökologischer als das gängige LPG – reduziert die Schwefeloxid- und Feinstaubemissionen um fast 100 Prozent, bei hoher Reichweite. Die Motoren sind leiser.