Bildung Mehr Räume und mehr Geld für die vh Ulm

Ulm / Verena Schühly 13.07.2018

Die Volkshochschule (vh) platzt im EinsteinHaus aus allen Nähten. Schon lange wurde daher nach zusätzlichen Räumen gesucht. Schulen kommen dafür nicht in Frage, macht Gerhard Semler von der Abteilung Bildung und Sport der Stadt deutlich: „Unsere Ulmer Schulen sind tagsüber alle  voll, und ab 17 Uhr ist die vh ohnehin schon drin.“

Daher ist es ein „absoluter Glücksfall“, so vh-Leiterin Dagmar Engels, dass jetzt in der Nähe des EinsteinHauses – in einem früheren Notariat am Kornhausplatz 2 – Räume mit einer Fläche von 300 Quadratmetern zu vermieten sind. Der entsprechende Antrag der vh stand am Mittwoch auf der Tagesordnung des Fachbereichsausschusses Bildung und Soziales. Die Krux dabei war allerdings, dass die vh wegen der Miete einen höheren Zuschuss braucht: 30 000 Euro mehr und damit insgesamt 645 900 Euro. Und an dieser Frage entzündete sich eine längere Diskussion.

Angefangen hat sie Erik Wischmann (FDP), der nach einem Lob der „erfreulich guten wirtschaftlichen Entwicklung der vh“ kritisch zur Kalkulation anmerkte: „Den jährlichen Mehreinnahmen von 35 000 Euro stehen Mehrausgaben von 65 000 Euro entgegen. Da muss man doch fragen: Ist es das wert? Wir haben da große Bauchschmerzen.“ Zumal man nicht wisse, ob die derzeit gut laufenden Sprachkurse auch künftig so gefragt sind. Reinhold Eichhorn (Freie Wähler) monierte die ständige Zuschusserhöhung.

SPD und Grüne hingegen sahen kein Problem darin.

Friedliches Miteinander

Dagmar Engels machte grundsätzlich deutlich: „Eine Volkshochschule kann man nicht vollkostendeckend führen.“ Und weiter: „Andere Institutionen kriegen mehr Geld, damit sie wachsen. Wir hingegen sind gewachsen und brauchen jetzt mehr Geld, um die räumliche Enge zu entzerren.“ Der Vorteil vom Kornhausplatz 2 sei, dass durch die Nähe zum EinsteinHaus die Atmosphäre des friedlichen Miteinanders erlebbar bleibt: „Das kommt der Stadtgesellschaft zugute.“

Sozialbürgermeisterin Iris Mann nahm diesen Ball auf: „Die Frage von Herrn Wischmann ist berechtigt. Aber ebenso das Argument, dass die Mehrkosten gerechtfertigt sind, wenn das, was dort geschieht, relevant für die Gesellschaft ist.“ Im Kern gehe es um die Frage: Wofür will man das Geld ausgeben?

Und so gab es in der Abstimmung dann elf Ja-Stimmen und ein Nein von Wischmann. Mietbeginn für die neuen Räume ist der 1. August, die erste Zahlung soll am 1. Januar 2019 sein. Der Mietvertrag läuft zehn Jahre. Außerdem unterstützt die Stadt den Umbau einmalig mit 60 000 Euro.

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