Verkehr Sanierung und Belastungstest bei Ulmer Brücken

Ein ganz neues Bild bietet die Ludwig-Erhard-Brücke, wenn es  keine Leitplanke mehr gibt.
Ein ganz neues Bild bietet die Ludwig-Erhard-Brücke, wenn es  keine Leitplanke mehr gibt. © Foto: Visualisierung: Gerlach Ulm Architekten, München.
Ulm / Chirin Kolb 14.11.2018

An Ulmer Brücken stehen einige Bau- und Sanierungsarbeiten bevor. Im Bauausschuss präsentierte die Stadtverwaltung erste Pläne für eine neue Brüstung an der Ludwig-Erhard-Brücke – mit Folgen für den ganzen Straßenraum. Für den Fußgängersteg am Kuhberg gibt es ein Sanierungskonzept und am Wochenende wird die Gänstorbrücke wegen eines Belastungstests gesperrt.

Ludwig-Erhard-Brücke

Die marode Brüstung muss komplett erneuert werden. Das ist nicht einfach, weil die Deutsche Bahn wegen des Zugverkehrs höchste Anforderungen an die Sicherheit stellt. Die Bauverwaltung präferiert für die Brüstung einen Entwurf der Konstruktionsgruppe Bauen und dem Architekturbüro Gerlach Ulm Architekten, München.

 

Augenfälligstes Merkmal: Die Leitplanke, die derzeit die Fahrbahnen vom Geh- und Radweg trennt, könnte wegfallen, der Weg würde rund 70 Zentimeter breiter. Möglich wird das durch ein schmales Stabgeländer mit Beleuchtungsmasten sowie einem 15 Zentimeter hohen Bordstein zwischen Gehweg und Fahrbahn. 

Die Stadträte zeigten sich überwiegend angetan, mussten aber noch keinen Beschluss fassen. Siegfried Keppler (CDU) äußerte allerdings Sicherheitsbedenken, falls es keine Leitplanke mehr gibt. Baubürgermeister Tim von Winning versuchte sie zu entkräften. Auch an anderen viel befahrenen Straßen und Brücken gebe es keine Leitplanken.

Gänstorbrücke

Für die Nacht von Samstag auf Sonntag, 17. auf 18. November, plant die Stadt einen Belastungstest. Er soll weitere Erkenntnisse liefern über die Schäden. Am Samstag wird die Gänstorbrücke ab 20 Uhr gesperrt. Die Kreuzung am Congress Centrum in Ulm und der Augsburger-Tor-Platz in Neu-Ulm sind dann nur eingeschränkt befahrbar.

Das ist nötig, damit der 48-Tonnen-Autokran für den Belastungstest so richtig Anlauf nehmen kann. Das schwere Gerät muss „bis auf Tempo 50 beschleunigen und dann eine Vollbremsung hinlegen“, berichtet Abteilungsleiter Gerhard Fraidel. Diese Tests mit verschiedenen Geschwindigkeiten sollen Daten zur Statik der Gänstorbrücke liefern. Sie sollte die Belastungstests gut aushalten, sagt Fraidel. „Wenn zwei, drei Lkw auf der Brücke voll bremsen, ist die Last viel höher.“

Fußgängersteg am Kuhberg wird ausgehoben

Bauarbeiten Der schon seit Monaten gesperrte Fußgängersteg über den Kurt-Schumacher-Ring (Westtangente) am Fort Oberer Kuhberg wird voraussichtlich am 15. Dezember ausgehoben und neben der Fahrbahn abgelegt. Dann werden die Stützen erneuert, die ein Baggerfahrer bei Asphaltarbeiten beschädigt hatte. Das Ausheben der 175-Tonnen-Brücke wird spektakulär, sagt Abteilungsleiter Gerhard Fraidel: Zwei bis zu 750 Tonnen schwere Kräne werden im Einsatz sein.

Verkehrsbehinderungen Das Schwierige an diesen Bauarbeiten ist der Verkehr auf der viel befahrenen Westtangente. „Sie darf so wenig wie möglich eingeschränkt sein.“ Das werde gelingen – bis auf die Tage des Ein- und Aushebens. Die Westtangente muss von Freitagabend bis Sonntagmorgen, 14. bis 16. Dezember, komplett gesperrt werden. Nicht leicht an einem Adventssamstag, sagt Baubürgermeister Tim von Winning. „Trotz der Sperrung kann aber der große, leere Parkplatz am Schulzentrum erreicht werden.“ Von dort fahren Busse in die City – kostenlos an Adventssamstagen.

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