Ulm / elf, afo

Die Außenbewirtung der Gastronomiebetriebe ist ein heikles Thema. Nicht nur in Ulm. Zuletzt hatten die Pläne von Vapiano und Hans im Glück hier für reichlich Diskussion gesorgt. Wir haben uns umgehört, was die Ulmer davon halten und vor allem was sie sich wünschen.

Umfrage zur Außenbewirtung der Gastronomie in Ulm

Christina Gis (23) findet die Außengastronomie in Ordnung, „solange sie die Fußgänger nicht beeinträchtigt“. Im Sommer esse sie selbst gerne ein Eis in der Sonne: „Das ist sehr nett.“ Gis hält es für vertretbar, dass es außer in Cafés wenige Sitzgelegenheiten gibt. „Für mich ist es selbstverständlich, dass man etwas kaufen muss, wenn man sich setzen möchte. Die Läden stellen die Tische schließlich zur Verfügung.“

In Ulm hat die Außenbewirtung von Vapiano und Hans im Glück für Diskussion gesorgt. Wie ist der aktuelle Stand?

„Die Außengastronomie belebt die Stadt, vor allem in der Fußgängerzone“, sagt der 60-jährige Eberhard Müller vom Café Jam. „Ich finde es aber störend, wenn zum Beispiel große Gruppen von Fußballfans dort zu viel Lärm verursachen.“ Außerdem gehe seiner Meinung nach durch den Drang, „immer etwas zu kaufen“, Lebensqualität verloren. Im Jam gebe es deshalb auch die Möglichkeit, sich einfach nur hinzusetzten. „Das sollte es öfter geben.“

Vera Fendler findet es schade, dass große Ketten die kleinen Cafés immer weiter verdrängen. „Diese fehlen dann doch.“ Ihrer Meinung nach ist es unhöflich, sich in ein Café zu setzen, ohne etwas zu bestellen. „Deswegen fände ich es toll, wenn der Münsterplatz bestuhlt werden würde, aber das ist natürlich sehr schwer durchzusetzen. Wer würde das denn machen?“, fragt sich die 34-Jährige.

Die Mischung macht den Sommer in der Stadt. Neben Gastroflächen muss es auch noch Platz ohne Konsumzwang geben. Lokal- und Regionalchef Matthias Stelzer zur Außengastronomie in Ulm.

Die 57-jährige Ilse Rus sagt: „Für die Gäste ist die Außenbestuhlung natürlich toll, für die Fußgänger kann es allerdings eng auf den Straßen werden.“ Der durch die Außengastronomie entstehende Konsumzwang sei schade. „Deswegen würde ich mir wünschen, dass es mehr Orte gibt, an denen man sich einfach so hinsetzen kann.“

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