Meinung Kommentar zum Urteil im Raser-Prozess: Mehr Glück als Verstand

Es ist richtig, dass die Justiz bei Rasern hart durchgreift, findet Hans-Uli Mayer.
Es ist richtig, dass die Justiz bei Rasern hart durchgreift, findet Hans-Uli Mayer. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Hans-Uli Mayer 07.01.2019
Mehr Glück als Verstand hatten zwei Raser bei einem Rennen auf der Frauenstraße. Jetzt sind sie hart bestraft worden.

Lange Zeit hat sich die Ulmer Polizei schwer damit getan, öffentlich auszusprechen, dass es eine Raserszene gibt. Die ist schwer zu kontrollieren, weil sie keinen Verein gründet und sich auch nicht zu festen Zeiten verabredet. Die Autofans treffen sich spontan und überbieten sich mit ihrem Balz- und Imponiergehabe, was im jugendlichen Überschwang leider allzu oft nicht nur peinlich ist, sondern obendrein gefährlich.

Die Liste der Unfälle ist lang, manchmal sind Unbeteiligte die Leidtragenden, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Da ist es richtig, dass die Justiz hart durchgreift. Die beiden am Montag verurteilten jungen Männer können sich froh schätzen, auf freiem Fuß bleiben zu dürfen, weil niemand verletzt wurde. Selten war der Spruch zutreffender, dass sie mehr Glück als Verstand gehabt haben.

Führerschein weg

Am härtesten trifft die jungen Autofreaks ohnehin der Entzug der Fahrerlaubnis. Schon seit acht Monaten dürfen sie nicht mehr Auto fahren, der Jüngere muss nochmal zwei Jahre warten, bis er seinen Führerschein frühestens wieder bekommt – wenn überhaupt. Das sind empfindliche Strafen.

Dass in seinem Fall auch noch das Auto der alleinerziehenden Mutter beschlagnahmt wird, mit dem der Sohn auf der Busspur über die Frauenstraße gerast war, ist für die Frau hart. Aber es sind solche Nachrichten, die in der Szene ankommen und abschreckend wirken. Eine bessere Prävention gibt es nicht.

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