Das Donauschwäbische Zentralmuseum (DZM) bekommt mehr Geld: ab diesem Jahr 385.000 Euro jeweils von Bund und Land. Über die Nachricht hat sich DZM-Direktor Christian Glass dieser Tage sehr gefreut: „Das Geld ist uns hochwillkommen. Wir brauchen es auch dringend, um unsere Projekte zu machen.“

Das DZM wird über das Bundesvertriebenengesetz gefördert. Bund und Land teilen sich die Kosten jeweils zur Hälfte, die Stadt Ulm übernimmt den Gebäudeunterhalt und die Betriebsnebenkosten.

CDU-Fraktion zahlt mit

Der Bund hatte Anfang 2016 beschlossen, ab 2017 seinen Zuschuss um 40.000 Euro zu erhöhen – wenn das Land ebenfalls mitzieht. Eine Entscheidung hat die Landesregierung bislang noch nicht getroffen – aber die CDU-Landtagsfraktion hat jetzt beschlossen, aus ihren Fraktionsmitteln einmalig die 40.000 Euro zuzuschießen. Das teilte der Landtagsabgeordnete Raimund Haser aus Wangen mit, der in dieser Legislaturperiode den Wahlkreis Ulm mitbetreut und der außerdem vertriebenenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion ist. „Das DZM leistet wertvolle wissenschaftliche Arbeit in diesem Bereich“, schreibt er Ab 2018 soll versucht werden, die Erhöhung aus dem normalen Landesetat zu tragen.

Vertreibung ist weiter aktuell

Das Thema Vertreibung ist gerade im Wandel. „Die letzten Zeitzeugen sterben, daher ist unser Ziel, einen Erinnerungstransfer an die nächste Generation hinzubekommen“, sagt Museumsleiter Glass. Dazu wird das DZM Zeitzeugen-Interviews machen und eine digitale Bilddatenbank aufbauen. Überdies hat der Ulmer Gemeinderat im Herbst beschlossen, dass die Konzeption des Museums bis 2021 verjüngt werden soll.

Für Haser ist Vertreibung nicht von gestern: „Beispielsweise stammten die Donauschwaben aus verschiedenen Ländern, sie hatten unterschiedliche Religionen und Bräuche, und haben dennoch dort tolerant und gut nebeneinander gelebt. Diese Werte sind aktueller denn je.“