Beratung Mehr Beratungsangebote der Diakonie für Kinder

Ulm / Chirin Kolb 18.08.2017
Die Diakonie hat ihre Beratungsangebote ausgebaut. Im Blick sind Hilfesuchende aller Altersstufen, aber auch Fachleute, die Unterstützung brauchen.

Die Psychologische Beratungsstelle der Diakonie hat ihr Angebot ausgebaut, vor allem für Kinder und Jugendliche, in der Prävention und für ältere Menschen. So gibt es beispielsweise drei Gruppen für Kinder aus Trennungsfamilien und eine Gruppe für sehr schüchterne Kinder.

Mit dem Ausbau des Angebots ging eine weitere Veränderung einher:

Gerade die Erziehungsberatung findet zwar nach wie vor am Grünen Hof in Ulm statt, zunehmend aber auch dezentral. So gibt es zum Beispiel regelmäßige Sprechstunden in den Familienzentren im Jörg-Syrlin-Haus in Söflingen, an der Adlerbastei und in Böfingen – zusätzlich zur Beratung in den Außenstellen im Alb-Donau-Kreis und zu Hausbesuchen.

Präventionsangebot auch ausgebaut

„Die Erziehungsberatung wird dezentraler und sozialraumbezogener“, sagt Thorsten Schag, der Leiter der Beratungsstelle. „Wir kommen zu den Ratsuchenden und Fachkräften und sorgen für kurze Wege.“ Für die Klienten sei das oft sinnvoll und weniger aufwendig, für die Mitarbeiter der Beratungsstelle aber „eine organisatorische und logistische Herausforderung“. Ohne weiteres Personal könne die Dezentralisierung nicht ausgebaut werden.

Ausgebaut wurde auch das Präventionsangebot im Rahmen der „Beratung für Ältere und deren Angehörige“. Dank der Zusammenarbeit mit der Familienbildungsstätte können weitere Vorträge, Seminare und Workshops angeboten werden.

Die Stadt Ulm unterstützt die Beratung für Ältere und finanziert eine halbe Stelle. Gerade mit zunehmendem Alter könnten neue Krisen auftreten: der Eintritt in die Rente beispielsweise, das Älterwerden an sich, Beziehungsprobleme, Krankheit oder Vereinsamung.

Mehr Angebote in Stadtteilen

Der Bedarf an dieser Beratung sei hoch, berichtet Schag. 86 ältere Menschen erhielten im vergangenen Jahr Unterstützung, „die Beratungszahlen steigen weiter“. Auch die Zahl der Hausbesuche habe zugenommen.

Die Erziehungsberatung wird über das Kinder- und Jugendhilfegesetz zum überwiegenden Teil von der Stadt Ulm und dem Alb-Donau-Kreis finanziert. Für die Paar- und Lebensberatung Erwachsener gibt es aber keine öffentliche Förderung, abgesehen vom Zuschuss der Stadt für die Beratung für Ältere. Der Diakonieverband trägt rund die Hälfte der Kosten. Ohne die Unterstützung des Förderkreises wären viele Angebote aber nicht möglich. Er hat  23.000 Euro an Spenden gesammelt.

Jeder soll Hilfe bekommen

Denn eines wollen Schag und sein Team auf jeden Fall vermeiden: dass sich Hilfesuchende die Beratung nicht leisten können. „Aus finanziellen Gründen scheitert bei uns keine Beratung“, sagt der Leiter. „Es ist uns wichtig, dass alle Menschen, unabhängig von bestimmten Themen und Anlässen, mit ihren Fragen und Nöten zu uns kommen können.“

Info Die Psychologische Beratungsstelle des Diakonieverbands Ulm/Alb-Donau hat ihre Räume am Grünen Hof 3, Tel. (0731) 153 84 00, Email PsychBeratungsstelle@kirche-diakonie-ulm.de. Außenstellen gibt es in Blaubeuren, Webergasse 5, Tel. (07344) 49 60, Langenau, Lange Straße 36, Tel. (07345) 35 53, und Laichingen, Duceyer Platz 1, Tel. (07333) 92 33 55.

Opferschutz durch Täterarbeit

Häusliche Gewalt: Die Psychologische Beratungsstelle der Diakonie hat im Juli das Projekt „Opferschutz durch Täterarbeit“ gestartet. Es richtet sich an Männer, die durch häusliche Gewalt aufgefallen sind und ist ein Novum in der Region. Ziel ist, das Verhalten der gewalttätigen Männer zu ändern – zum Nutzen bestehender oder künftiger Beziehungen und Familien. Das Projekt ist zunächst auf ein Jahr befristet.

Vorgehen: Die Männer kommen überwiegend nicht freiwillig, sondern werden vom Gericht geschickt. Nach Einzelgesprächen folgen Gruppensitzungen: ein halbes Jahr lang jede Woche. Die Männer sollen lernen, ihr Fehlverhalten einzusehen, ihre Aggressionen zu kontrollieren und anders damit umzugehen.

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