Kommentar Bildungsmesse: Mehr als nur Humankapital

Ulm / Christine Liebhardt 22.02.2018
Junge Menschen sollten nicht nur auf ihr Potenzial als Arbeitskraft reduziert werden.

So viele Informationen wie heute gab es noch nie für junge Menschen, die dabei sind, sich auf den Weg ins Berufsleben zu machen. Alles, was es zu wissen gibt über Studium, Finanzierung, Praktikum und Ehrenamt, Ausbildung und Abschlüsse findet man nicht nur im Internet, sondern mundgerecht auch auf der Bildungsmesse. In den 16 Jahren ihres Bestehens hat sich nicht nur die Zahl der Aussteller verdoppelt. Es hat sich auch etwas Grundlegendes geändert im Verhältnis von Bewerbern und Arbeitgebern, wenigstens was Ausbildungsberufe angeht: Hofften zu Beginn des Jahrtausends noch die Jugendlichen, einen raren Ausbildungsplatz bei Stadt oder Bank zu ergattern, sind es heute die Kommunen und Unternehmen, die sich bei den Azubis bewerben – Fachkräftemangel sei Dank.

Für junge Menschen ist das eine luxuriöse Situation. Einerseits. Andererseits mag die große Auswahl viele überfordern. Da wirkt das Einbeziehen von Eltern und der Auftritt von Unternehmen in Schulen erstmal stabilisierend. Das sollte aber nicht den Blick darauf verstellen, dass Arbeitgeber sich vor allem Fachkräfte sichern wollen, und zwar immer früher.

Das ist zwar legitim. Doch darüber sollte eines nicht vergessen werden: Jugendliche sind mehr als nur Humankapital für die Wirtschaft – und auch abseits einer Erwerbstätigkeit wertvolle Menschen.

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