Der Vorstoß der CDU-Fraktion zielt in die richtige Richtung. Ulm hat einige schöne Plätze in der Innenstadt und könnte mehr draus machen. Wenn es darum geht, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, die City attraktiv zu machen und Anreize zu schaffen, die Ulmer Innenstadt zu besuchen, spielen die Plätze und das, was auf ihnen stattfindet, eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Diskutiert werden muss aber über die Art der Belebung. Im Sommer, wenn der Drang nach draußen unendlich ist, füllen sich die meisten Plätze schon jetzt von ganz allein. Außengast­ronomie ist wunderbar und richtig, zu einer belebten Innenstadt gehört aber mehr als ein Lokal neben dem anderen. Judenhof und westlicher Marktplatz unterscheiden sich kaum noch: Restaurant neben Café neben Wirtshaus neben Pizzeria. Wer dort verweilen will, kann das im Grunde nur noch als Konsument.

Andere Plätze bieten dagegen mehr Ruhe, die Stadtgärten zum Beispiel, die die Stadt für viel Geld angelegt hat. Solche Rückzugsorte sind nötig in einer trubeligen Innenstadt. Es ist nur zu hoffen, dass die Bürger die teils etwas versteckt liegenden Stadtgärten auch entdecken. Der südliche Münsterplatz war ebenfalls eine solche Oase, bevor er zum Parkplatz für Handwerker wurde und demnächst womöglich mit der nächsten Außenbestuhlung zugestellt wird.