Ulm Mediziner Ahnefeld gestorben

Starb im Alter von 88 Jahren: der Ulmer Mediziner Prof. Friedrich Ahnefeld.
Starb im Alter von 88 Jahren: der Ulmer Mediziner Prof. Friedrich Ahnefeld.
Ulm / WILLI BÖHMER 01.12.2012
Friedrich Wilhelm Ahnefeld, Jahrzehnte Medizinprofessor in Ulm und Papst der Notfallmedizin, ist tot. Er starb am Don-nerstagabend in Ulm.

Friedrich Wilhelm Ahnefeld hat als Medizinprofessor vom Bundeswehrkrankenhaus und der Uni Ulm aus das Rettungswesen und die Notfallmedizin reformiert und professionalisiert. Das brachte ihm zuerst national und internationale Anerkennung ein. Am Donnerstagabend ist er im Alter von 88 Jahren gestorben. Bis zuletzt hielt er Kontakt zu seinen Kollegen, die er zum Teil noch ausgebildet hatte.

Seine Ulmer Laufbahn begann im Jahr 1968. Damals wurde er in Personalunion Chefarzt des in Planung befindlichen Bundeswehrkrankenhauses Ulm und Leiter der Anästhesieabteilung der Klinik. Die Stadt Ulm beauftragte ihn zusätzlich mit der Leitung der Anästhesie des Städtischen Krankenhauses Ulm. 1980 veröffentlichte er sein erstes Lehrbuch für den Rettungsdienst, von 1984 bis 1990 war er Leitender Ärztlicher Direktor der Anästhesiologischen Uniklinik Ulm und bereits von 1973 bis zu seiner Emeritierung 1992 Lehrstuhlinhaber für Anästhesie an der Uni Ulm.

Wenn Unfallopfer lebensgefährlich verletzt sind, sind die ersten Minuten am Unfallort häufig entscheidend über Leben oder Tod. Diese Erkenntnis rückte Ahnefeld in den Mittelpunkt der Notfallhilfe. Und danach richtete er seine Arbeit aus: Er entwarf den "Ulmer Koffer", der alles enthielt, das nötig war, um Leben zu retten. Er entwarf das Rendezvous-System, nach dem Notarzt und Sanitäter getrennt zum Unfallort eilen, um möglichst schnell Hilfe leisten zu können. Er schuf die Ulmer Station des Rettungshubschraubers und setzte sich dafür ein, die Ausbildung des Rettungssanitäters zu professionalisieren. Als die Rettungshubschrauberstation am Bundeswehrkrankenhaus Ulm im vergangenen Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feierte, war Ahnefeld noch einmal dabei. Notfallmedizin war für ihn eine Lebensaufgabe.

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