Neu-Ulm Meditieren in Laufschuhen

Neues Angebot "Meditieren und laufen": Vor dem Start gibt es eine kurze Andacht. Foto: Volkmar Könneke
Neues Angebot "Meditieren und laufen": Vor dem Start gibt es eine kurze Andacht. Foto: Volkmar Könneke
Neu-Ulm / VERENA SCHÜHLY 04.03.2013
Näher, mein Gott, zu dir - das gelingt so manchem am ehesten in der Weite. Am Dienstag startet eine spirituelle Laufgruppe in Neu-Ulm.

Die einen setzen sich zum Meditieren still hin, um in sich zu versinken. Die anderen kommen beim Joggen - wenn der Atem eins wird mit dem Rhythmus der Schritte - in einen meditativen Zustand. Die Erfahrung hat Franz Snehotta gemacht und münzt sie jetzt dienstlich um in ein Angebot zur Fastenzeit, das "Meditieren und laufen" heißt.

Snehotta (49), der je eine halbe Stellen als katholischer Hochschulseelsorger in Neu-Ulm und als Pfarrer im Wiley hat, joggt gern und ist 2012 zum ersten Mal Marathon gelaufen. In seinem evangelischen Kollegen Dietmar Oppermann, Gemeindediakon und Lauftrainer, hat Snehotta somit einen doppelten Bruder im Geiste. "Eigentlich hatte jeder von uns unabhängig die Idee zu einem solchen Angebot", erzählen sie.

"Meditieren und laufen" ist also ein ökumenisches Projekt, und darf auch grenz- und donauüberbrückend verstanden werden, versichern die Initiatoren. Der Zeitraum ist mit Bedacht gewählt: in der Fastenzeit, als innere Vorbereitung auf Ostern. Zum Auftakt wird es jeweils eine kurze Andacht, einen spirituellen Impuls in der Friedenskirche geben. Anschließend geht es auf die rund einstündige Laufstrecke.

Snehotta sieht als Zielgruppe Menschen, die "regelmäßig laufen, um sich etwas Gutes zu tun, und die auch versuchen, Gott näher zu kommen - die können jetzt beides miteinander verbinden". Trotzdem dürfen auch Lauf-Anfänger kommen. Oder spirituell interessierte Menschen, die nicht eine Stunde lang in der Kirche nur herumsitzen wollen. Um eines geht es allerdings nicht: um hartes Lauftraining, um eine Steigerung der Laufleistung.

Gibt es irgendein biblisches Vorbild für das Projekt? Franz Snehotta überlegt kurz: "Jesus war zwar viel unterwegs - aber sicher nicht als der erste Jogger." Dieser biblische Bezug wäre also konstruiert. Der Theologe denkt eher an einen Psalm: Der Herr setzt meine Füße auf weiten Raum. Dieses Gefühl von Weite, Raum und Freiheit kennt der Läufer Snehotta aber sehr wohl.

Info Treffpunkt von "Meditieren und laufen" ist dienstags - 5., 12., 19. und 26. März - um 18 Uhr an der Friedenskirche im Wiley.