Unter eines der Aufrege-Themen der vergangenen Wochen hat der Ulmer Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung einen Schlussstrich gezogen. Wie vor Wochenfrist der Hauptausschuss, beschloss nun das Plenum mit großer Mehrheit – dagegen waren nur die Grünen –, dass das Provisorium für McDonald’s mitten in der Bahnhofstraße platziert wird. Das Ersatz-Restaurant, das 23 Meter lang, 9 Meter breit und knapp 6 Meter hoch wird, entsteht zwischen Galeria Kaufhof und Modehaus Peek & Cloppenburg – für einen Zeitraum von etwa drei Jahren.

Vorgestellt wurden am Computer simulierte Ansichten des durch Planer der Münchner McDonald’s-Zentrale konzipierten Restaurant-Containers. Er werde nach diesen Bildern gestalterisch als durchaus stadtverträglich eingestuft, hieß es unter Sitzungsteilnehmern.

Die Grünen waren gegen den Standort. Sie hätten die Hamburger-Kette lieber im Info-Pavillon vor dem Hauptbahnhof gesehen. Der steht dort zu Zwecken der Präsentation des Projekts City-Bahnhof Ulm. Womöglich muss der Pavillon aber schon vor 2016 weichen, weil vor dem Bahnhof eine Tiefgarage mit 800 Plätzen entstehen soll.

Bekannt wurde auch, dass McDonald’s einen „Letter of intent“ unterschrieben hat. In dieser Interessensbekundung erklärt die weltweit größte Schnellimbiss-Kette gegenüber der Stadt und dem Investor MAB Development, dass sie dauerhaft im neuen Einkaufszentrum Sedelhöfe unterkommen möchte. Details über Größe, Raumaufteilungen und Platzierung innerhalb der Sedelhöfe müssen McDonald’s und MAB nun in Verhandlungen klären.

Zum Paket der Vereinbarungen mit der Stadt gehört, dass McDonald’s eine Option auf ein weiteres Restaurant eingeräumt ist: im Gewerbegebiet Ulm-Nord, nahe jener Stelle zwischen den Anschlussstellen Ulm-West- und Ost, an der eine neue Autobahnauffahrt geplant ist.

Der Stadt sollen, was nicht bestätigt ist, Kosten in einer Größenordnung von zwei Millionen Euro entstehen, weil McDonald’s wegen des bisherigen Mietverhältnisses Anspruch auf eine Interimslösung hat; außerdem muss die Stadt, die Einblick in die Bilanzen der Ulmer Filiale bekommen haben soll, einen Ausgleich für Umsatzeinbußen während der Übergangsphase zahlen.