Stadtplanung Wissenschaftsstadt: Forst soll für Forschung weichen

Die Uni Ulm.
Die Uni Ulm. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / cmy 10.10.2018
Der sich rasant entwickelnde Uni-Campus braucht mehr Platz. Wie und wo, war Thema im Gemeinderat.

Einen aktualisierten Masterplan für die bauliche Weiterentwicklung der Wissenschaftsstadt präsentierte Volker Jescheck in seiner letzten Amtshandlung als Stadtplanungschef (er ist, wie berichtet, fortan für den Innenstadtdialog zuständig) am Mittwoch dem Gemeinderat. Ziel sei es, auf dem Oberen Eselsberg Freiräume für künftige Entwicklungen zu schaffen  – was teilweise nicht ohne Eingriffe in die Natur gehe und somit Konfliktpotenzial berge.

Insbesondere geht es dabei um die naturschutzrechtlich heiklen Flächen östlich des James-Frank-Rings zwischen Uni Ost und Science Park I. Infolge des Baus der neuen Straßenbahnlinie waren dort bereits zahlreiche Bäume der Säge zum Opfer gefallen. Weil die Uni weitere Forschungsgebäude braucht  –  im Zusammenhang mit dem jüngst nach Ulm geholten Exzellenzcluster für Batterieforschung könnte dies sogar schon bald der Fall sein  – sei ein weiterer Eingriff in den Eichwaldbestand unumgänglich. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Achse entlang der Albert-Einstein-Allee künftig dem Klinikum vorbehalten sein wird. Dessen eigene Planungen sehen den Umzug aller Michelsberg-Kliniken auf den Eselsberg vor.

Ab 2030 ein Science Park IV

Jenseits der Tangente in Richtung Mähringen weist der upgedatete Masterplan zudem eine Vorbehaltsfläche für einen Science Park IV aus. Spruchreif dürfte das aber erst in den Jahren zwischen 2030 und 2040 werden, zumal die Flächen noch dem Land gehören und erst erworben werden müssen.

Im hinteren Teil des bestehenden Science Parks III jenseits der Tangente Richtung Blaustein kann sich Jescheck ob der besonders attraktiven Lage  künftig sogar ein Wohngebiet für 2500 Einwohner vorstellen. „Warum sollten wir Labore  mit Alpenblick bauen?“

Kritik aus der CDU

Auch wenn der Gemeinderat die Fortschreibung des Masterplans mit Wohlwollen zur Kenntnis nahm und alle Fraktionen ein Loblied auf die Wissenschaftsstadt sangen, gab es doch Kritik. Für CDU-Fraktionschef Thomas Kienle wäre eine Wohnbebauung im Science Park III „eine Bankrotterklärung der Wissenschaftsstadt. Das wird es mit uns nicht geben.“ Auch die Abholzungspläne stießen fraktionsübergreifend eher auf Skepsis. Gerhard Bühler (FWG) mahnte einen „behutsamen Umgang“ mit dem Wald an, Dorothee Kühne (SPD) bat darum, „mit großer Sorgfalt vorzugehen und den Wald nicht als Verfügungsmasse zu sehen“.

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