Neu-Ulm Martin Rütter: Ein Mann für alle Felle

Zur Hundeschule mit Martin Rütter ging es jetzt in die Arena.
Zur Hundeschule mit Martin Rütter ging es jetzt in die Arena. © Foto: Martina Dach
Neu-Ulm / STEFAN LOEFFLER 05.12.2015
Könnt ihr mir einmal erklären, weshalb es ein Ulm und ein Neu-Ulm gibt?" Martin Rütter begann seinen Auftritt in der Ratiopharm-Arena mit einer Verständnisfrage: "Gibt es hier etwa so etwas wie eine territoriale Aggression?"

Damit sind wir schon mittendrin im Thema, denn Deutschlands beliebtester Hundetrainer warf mit Fachbegriffen aus der Hundewelt nur so um sich. Neben der territorialen Aggression landeten Wörter wie Desensibilisierung der Schlüsselreize, Imponiergehabe und Imitationslernen wie Leckerlis vor den 2500 Besuchern, die zur neuen Show "nachSITZen" des selbsternannten "Dogfather der Hundeerziehung" gekommen waren. Dieser verwandelte die Halle in ein riesiges Klassenzimmer, in dem - ganz unüblich - ordentlich gelacht werden durfte.

Der Tier-Psychologe aus dem Ruhrgebiet würzte seine Weisheiten zur richtigen Erziehung von Vierbeinern mit schmackhaften Anekdoten aus seinem tierischen Leben. So berichtete er auch von seinem Liebling, der einst einen hundsteuren Modellflieger zwischen den Pfoten zermalmte. Der sympathische Hundeprofi war selbst baff: "Das hat er ja noch nie gemacht." Rütter stellte auch Maja vor, ein zuckersüßes Malteser-Weibchen, das es bereits im zarten Alter von wenigen Wochen faustdick hinter den Ohren beziehungsweise hinter der Schnauze hat: "Beim ersten Gassigehen benötigte Frauchen sage und schreibe 46 Leckerchen für 14 Meter."

Man muss dem Mann für alle Felle garantiert nicht alles abkaufen, nur eines schon: Er hat ein riesiges Herz für junge und alte Fellnasen, speziell für die, die in Tierheimen sehnsüchtig auf ein neues Herrchen oder Frauchen warten. Kräftig schütteln muss er sich hingegen bei Designerhunden wie Labradoodles oder vermenschlichten Hundenamen: "Ich kannte mal einen Hund, der Philip-Pascal hieß. Bis sie denn gerufen haben, hat der längst eine Ente geschreddert." In Neu-Ulm saßen jedoch nur harmlose Plüschtiere auf der Bühne, die der Marketingprofi nutzte, um fast drei Stunden lang wertvolle Tipps zu geben, wie denn der Umgang mit des Deutschen liebsten Weggefährten auf jeden Fall klappt.

Doch auch ein TV-erprobter Hundeflüsterer weiß eben doch nicht alles. Die Antwort auf seine anfängliche Frage, was es denn mit Ulm und Neu-Ulm auf sich habe, blieben ihm seine Schüler an diesem Abend schuldig, auch wenn sich eine Zuschauerin redlich bemühte - auf Schwäbisch. Der Duisburger blickte sie fassungslos an: "Ich habe kein Wort verstanden."