Neueröffnung Markthalle belebt Wengenviertel

Ulm / Ulrike Schleicher 05.06.2018

Von draußen kann man es schon lesen: In grünen Lettern steht „Markthalle“ über dem Eingang. Die schmalen Fenster sind mit bunten Streifen aufgehübscht und drinnen sind zwar noch Handwerker zugange, aber ein Bild gibt es trotzdem schon. An beiden Seiten der Halle sind zum Großteil bereits Stände aufgebaut, und an den Wänden hängen Bilder. Viel Zeit für die abschließenden Handgriffe ist aber  nicht mehr, denn am Freitag ist Eröffnung. Von da an kann man täglich von 9 bis 22 Uhr in der ersten und einzigen Ulmer Markthalle Obst, Gemüse und Käse kaufen sowie unterschiedlichste Gerichte essen.

Rund zwei Jahre lang war das Gebäude hinter der Baugrube für die Sedelhöfe verwaist. Davor war es lange eine Kirche der  Zeugen Jehovas, die sie den Königreichsaal nannten. Bis es Dzenis Drinjak entdeckte und eine Chance sah, seine Idee einer Markthalle in Ulm hier zu verwirklichen.

Der Kontakt mit dem Eigentümer ergab: „Es geht nur als Zwischenlösung.“ Denn der Eigentümer überlege noch, was er mit dem Haus mache – ob es stehen bleibe oder ein neues gebaut wird. Den 41-Jährigen, der in Ulm bereits einige erfolgreiche Locations wie die Bar Su Casa betrieben hat, hielt das nicht ab: „Dann wird die Markthalle eben ein Pop-up-Projekt. Wir sehen ja dann, wie die Situation nach zweieinhalb Jahren aussieht“, sagte er gestern gelassen. Zur Not ziehe man um.

Natürlich hatte auch die Stadt ein Wörtchen mitzureden. Parkplätze, Wasser, Abwasser, Strom, Toiletten und Brandschutz – die ganze Infrastruktur musste an die neuen Begebenheiten angepasst werden. Die Stadt sei in jedem Fall sehr entgegenkommend gewesen, sagte Drinjak.

Regionales Angebot

Für das Sanierungsgebiet Wengenviertel sei die Markthalle eine Bereicherung, meinte die für das Gebiet verantwortliche Mitarbeiterin der Sanierungstreuhand Ulm, Katarzyna Stawiarska auf Anfrage: „Hier gibt es momentan noch wenig Möglichkeiten, Lebensmittel einzukaufen.“ Überhaupt sei das Konzept in Ulm bislang einzigartig. Auch insofern begrüße man die Markthalle sehr.

Das Angebot ist regional, darauf legt Drinjak Wert. „Heidenheim ist das weiteste.“ Im Angebot sollen Obst und Gemüse sein sowie Käse und andere Delikatessen. Beim Essen hat man die Qual der Wahl etwa zwischen eritreischer, südamerikanischer, asiatischer, italienischer und vegetarischer Küche. „Es gibt auch ein Café, und jemand bietet Eis an“, zählte der 41-Jährige auf. In der Mitte der Halle stehen kleine Bierbänke- und tische.

Das Konzept sei gut für Kleinunternehmer und Leute, die ihre ersten Erfahrungen in der Gastronomie machen wollten und noch nicht so viel Geld haben, erläuterte Drinjak. Er hat die Halle gemietet, sorgt für die Infrastruktur und vermietet wiederum an die Anbieter. Ein Stand steht beispielsweise für Leute zur Verfügung, die nur phasenweise etwas verkaufen wollen. „Das Risiko für sie ist gering.“

Am Freitag um 10 Uhr öffnet die erste Ulmer Markthalle ihre Tür. Ein Programm wird es nicht geben. Drinjak: „Die Anbieter mit ihren Waren sollen im Vordergrund stehen.“

Die Öffnungszeiten der Markthalle

Zeiten Die Markthalle am Heigeleshof hinter den Sedelhöfen ist täglich von 9 bis 21 Uhr geöffnet. Sonntags vermutlich erst ab 10 Uhr. Die Zeiten könnten sich jedoch noch ändern, sagt Dzenis Drinjak. Von der Keltergasse her kann man zur Markthalle mit dem Auto fahren.

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