Laut Bevölkerungsprognose wächst Neu-Ulm weiter. Weil vor allem junge Familien zuziehen werden, braucht die Stadt eine neue Grundschule. Nach dem Namen Mark-Twain-Schule wurde jetzt auch ein geeigneter Standort gefunden. Der Stadtrat soll in seiner Sitzung am Mittwoch (16.30 Uhr) beschließen, dass diese vierzügige Schule in Wiley-Nord neu gebaut wird. Was die Stadt dann rund 11,4 Millionen Euro kosten wird.

Wiley-Nord hat sich in der Neu-Ulmer Stadtverwaltung gegen drei Varianten durchgesetzt. Zum einen war in Erwägung gezogen worden, die alte Grundschule in der Vorfeld-Siedlung zu reaktivieren und umfassend zu sanieren. Das hätte nur rund 8,6 Millionen Euro gekostet. Diese Variante hat die Stadtverwaltung aber verworfen, wie auch einen Neubau südlich der Vorfeld-Schule, also im Bereich der alten Hochschule. Die Räumlichkeiten sind noch bis ins Jahr 2017 an die Hochschule vermietet.

Ausgeschieden ist verwaltungsintern auch der Standort Wiley-Mitte im Winkel zwischen der Memminger und der Europastraße, die beide stark befahren sind. Auf dem Grundstück stehen derzeit noch die alten Unterkünfte der US-Armee, die nach einem Umbau von Studenten bewohnt werden. Die Nähe der lärmintensiven Memminger- und Europastraße hat die Stadt als großen Nachteil eingestuft. Weshalb Wiley-Mitte nicht in Frage kommt.

Letztendlich hat sich der im Umbruch befindliche Standort Wiley-Nord gegenüber dem Dietrich-Kino-Parkhaus durchgesetzt. Ursprünglich war dort Wohnungsbau vorgesehen. Durch den Schulbau würden 60 geplante Wohneinheiten entfallen. Für die Neu-Ulmer Stadtverwaltung ist Wiley-Nord der beste Standort, weil er am Rand eines Neubaugebiets liegt, das für junge Familien vorgesehen ist. Und: Die Grundschüler könnten auch die Turnhalle der Fachoberschule mitbenutzen. Das wäre auch bei den Varianten im Vorfeld möglich gewesen. Hätte sich die Stadt für Wiley-Mitte ausgesprochen, hätte man eine neue Halle bauen müssen.

Was die beiden Standorte Wiley-Mitte und Wiley-Nord betrifft, will die Stadt mit dem Landkreis über den Neubau des Lessing-Gymnasiums verhandeln.