Nachruf Maria Burgi im Alter von 104 Jahren gestorben

Maria Burgi starb jetzt im Alter von 104 Jahren.
Maria Burgi starb jetzt im Alter von 104 Jahren. © Foto: Matthias Kessler Matthias Kessle
Ulm / ruk 20.03.2017
Weil sich Maria Burgi zeitlebens für andere engagierte, erhielt sie das Bundesverdienstkreuz. Die langjährige Gewerkschafterin und Sozialdemokratin starb in der vergangenen Woche.

„Das Leben ist zum Sterben da.“ Diesen Satz hatte Maria Burgi, ganz Philosophin, vor fast zwei Jahren im Interview mit der SÜDWEST PRESSE vom Stapel gelassen. Damals wohnte die Sozialdemokratin, Gewerkschafterin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes im Dreifaltigkeitshof. Nach ihrem Lieblingspolitiker gefragt, hatte sie geantwortet: der Ivo. In der vergangenen Woche ist Maria Burgi im Alter von 104 Jahren gestorben.

Mit 14 hatte Maria Burgi, geborene Kienzle, eine Lehre als Näherin bei Hut-Mayser begonnen. Sie, die aus sozialdemokratischem Haus stammte – der Vater war beim Reichsbanner, die Mutter Schriftführerin bei der SPD –, trat im Alter von 16 Jahren in die Gewerkschaft ein und geriet nach Hitlers Machtergreifung in den Fokus der Nazis. Weil sie sich geweigert hatte, für die NS-Frauenschaft zu spenden und an Gedenktagen die Hakenkreuzfahne aufzuhängen. 1937 heiratete sie den kaufmännischen Angestellten Erich Burgi. Das Paar bekam zwei Kinder.

Nach dem Krieg arbeitete sie wieder bei Mayser, war lange Jahre Betriebsrätin und Betriebsratsvorsitzende. 1976 ging sie in Rente. Weil sie der Gewerkschaft 80 Jahre die Treue hielt, wurde sie von der IG Metall zum einzigen Ehrenmitglied Deutschlands ernannt.

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