Konzert Malheur mit Spielwitz gemeistert

Mähringen / Christa Kanand 24.07.2018

Da waren’s nur noch vier. Ein Malheur an der Lippe setzte Achim Schmid-Egger vom Ulmer Bläserquintett „hornistisch außer Gefecht“. Das Benefizkonzert zugunsten des Hilfprojekts Ubuntu, das die Gemeinde Kasuna am Viktoriasee in Kenia unterstützt, jetzt aber abblasen? Zum Glück konnten Verena Höß (Flöte), Christina Beindorf (Oboe), Jochen Anger (Klarinette) und Guido Bauer (Fagott) in den Quartett-Modus umswitchen, und sie landeten mit ihrem kurzfristig  geänderten Programm einen Volltreffer.

Meisterlich erklang zu Beginn Gordon Jacobs Serenade: eine Entdeckungsreise, die Schmid-Egger launig-informativ moderierte. Weitere Schätze wie die französische Holzbläserkammermusik von Eugène Bozza  („Trois Pièces“), Paul de Wailly („Aubade“) oder Jean Françaix stammten aus dem 20. Jahrhundert – und verschreckten niemanden in der proppenvollen Mähringer Kirche aus dem 15. Jahrhundert.

Jeder der Musiker war in wechselnden Hauptrollen als gleichberechtigter Partner gefordert; technische Perfektion, Spielwitz und  makellose Korrespondenz  bildeten die Basis für stimmige Interpretationen.

Mit einem Schuss Draufgängertum betörte Mátyás Seibers „Dance Suite“ vom Foxtrott über Ragtime bis zum Paso doble im 20er-Jahre-Flair. Nach zwei unwiderstehlichen Piazzolla-Tangos und einer Klezmer-Zugabe mit virtuoser Klarinette wollten in Mähringen die Bravo-Rufe und Standing Ovations kaum enden.  

Info Das Ulmer Bläserquintett bestreitet in der kommenden Saison am Theater Ulm auch den Auftakt der Kammermusik-Reihe am 30. September.

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