Ulm Mädchengruppe des Guten Hirten macht Urlaub am Sinninger See

Ohne Schuhe und Stress haben die Mädchen der Wohngruppe "Villa" ihre Ferien am Sinninger See genossen. Foto: Guter Hirte
Ohne Schuhe und Stress haben die Mädchen der Wohngruppe "Villa" ihre Ferien am Sinninger See genossen. Foto: Guter Hirte
Ulm / VERENA SCHÜHLY 02.09.2013
Ferien und Urlaub - das ist auch für Kinder und Jugendliche wichtig, die im Heim wohnen. Der Gute Hirte hat einen Wohnwagen am Sinninger See, wo die Gruppen Urlaub machen und es ziemlich relaxt zugeht.

"Toll, das war wirklich super", sagt Tuba über ihren allerersten Urlaub auf Mallorca. Den hat die 18-Jährige im vergangenen Jahr gemacht - als Bewohnerin des Guten Hirten, der Ulmer Einrichtung für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Den Urlaub hat damals die Peter-Maffay-Stiftung ermöglicht. Erst vor kurzem ist Tuba mit den anderen Mädchen der Wohngruppe "Villa" von einem weiteren Urlaub zurückgekommen. Das Ziel - der Sinninger See - war zwar nicht exotisch. Dafür aber sind die Mädels und beiden Betreuerinnen dorthin geradelt, denn der See liegt zwischen Illertissen und Memmingen. Ihr Fazit: "Die Woche war voll cool."

Im Guten Hirten gibt es sechs stationäre Wohngruppen mit 50 Plätzen. Eine davon ist die "Villa", in der acht Mädchen und junge Frauen leben, alle zwischen 14 und 18 Jahre alt. Manche von ihnen verbringen die Ferien teilweise bei ihren Familien oder gehen auf Jugendfreizeiten wie das Ruhetal. "Es ist wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen Kontakt zu anderen haben", erklärt Susanne Denoix, die Leiterin der Einrichtung. "Aber es ist auch wichtig, dass sie als Gruppe mal miteinander aus dem Alltag rauskommen." Für solche Zwecke hat der Gute Hirte seit drei Jahren einen Wohnwagen am Campingplatz des Sinninger Sees. Der Wohnwagen war eine Spende: Einer Familie war er zu groß geworden. Auch der Stellplatz konnte mit Spendengeldern gekauft werden. Die Lebenshilfe hat einen festen Vorbau gemacht, in dem vier Stockbetten stehen und es eine kleine Küche gibt.

Alle Kinder- und Jugend-Wohngruppen der Einrichtung gehen mindestens einmal im Jahr zum Urlaub an den See. Tuba und Sharon (15) haben die Zeit genossen. "Wir waren viel am See beim Baden, wir haben gespielt, gequatscht, uns gegenseitig geschminkt, Gitarre gespielt und unsinnige Gedichte gemacht", erzählen sie. Und noch was: "Unsere Betreuer sind hier viel relaxter." Dieses Kompliment gibt Kathrin Grimm, die Leiterin der Gruppe, ihren Mädchen zurück: "Die Spannungen nehmen merklich ab, obwohl wir die ganze Zeit zusammen sind."

Die Pflichten des Alltags wurden im Urlaub lockerer verteilt, trotzdem hat die Gruppe ihre Selbstversorgung während der Tage gut hinbekommen. "Alles lief entspannter als sonst." Alle freuen sie sich schon auf den nächsten Urlaub am See.