Ulm Lust auf eine lebenswerte Zukunft

Mit den Bürgern ins Gespräch kommen, erklären, was mit Nachhaltigkeit gemeint ist: Auf dem Markt der Möglichkeiten haben viele engagierte Gruppen und Unternehmen ihre Projekte und Produkte vorgestellt. Foto: Volkmar Könneke
Mit den Bürgern ins Gespräch kommen, erklären, was mit Nachhaltigkeit gemeint ist: Auf dem Markt der Möglichkeiten haben viele engagierte Gruppen und Unternehmen ihre Projekte und Produkte vorgestellt. Foto: Volkmar Könneke
REGINA FRANK 24.06.2013
Nachhaltigkeit. Ein sperriger Begriff, gleichwohl in aller Munde. Das Land trat an, den Bürgern zu erklären, was mit Nachhaltigkeit gemeint ist. Unterstützt von lokalen Akteuren auf diesem Felde.

Die Aktion sollte Lust machen auf eine nachhaltige, lebenswerte Zukunft - mit einem Markt der Möglichkeiten, bei dem engagierte Gruppen, Initiativen, Unternehmen und Verbände mit den Bürgern über ihre Projekte ins Gespräch kommen. Mit einer Leuchtturm-Tour, die zu Vorreitern in der Branche führt. Mit einer Abendveranstaltung, die zentralen Fragen nachhaltigen Wirtschaftens nachgeht: Trägt Nachhaltigkeit zum Unternehmenserfolg bei? Wie setzt eine kleine Firma nachhaltige Ansätze um? Was kann die Wirtschaft von der Landespolitik erhoffen? Die von Umweltminister Franz Untersteller mitinitiierte Nachhaltigkeitstour des Landes machte am Freitag in Ulm Station, der letzten nach Freiburg und Heidelberg. Die Aktion ging raus ins Land, um auch Menschen zu erreichen, "die sich zum ersten Mal mit diesem sperrigen Begriff beschäftigen", sagte der Minister. Man habe bewusst keinen Kongress in ehrwürdigen Räumen abgehalten, "da treffen sich immer die gleichen Leute".

Nun ist Nachhaltigkeit in Ulm schon vergleichsweise lange ein Thema - es gab früh Lokale-Agenda-21-Projekte, aus der Wirtschaft bildete sich schon vor 20 Jahren ein Initiativkreis, an der Wirtschaftsfakultät wurde eine Stiftungsprofessur angesiedelt: Oberbürgermeister Ivo Gönner hätte bei der Abendveranstaltung im Stadthaus noch eine ganze Reihe weiterer Beispiele nennen können. Er brachte vielmehr die Idee dahinter auf den Punkt: "Was kann ich tun, alleine oder im Verbund mit anderen? Das ist unsere Philosophie." Nachhaltiges Handeln wird mit Ernsthaftigkeit betrieben. So hat der Ulmer Gemeinderat gerade beschlossen, die Stiftungsprofessur für weitere fünf Jahre zu unterstützen.

Unterdessen unterstützt das Land Unternehmen im Voranbringen effizienter Technologien. Untersteller: "Auf Rohstoffverknappung gibt es nur eine Antwort: Innovationen." Wie ein Mittelständler die Nachhaltigkeitsidee konkret nutzen kann, legte Andreas Merkel von der der Baumwollfeinzwirnerei Otto (Dietenheim) dar. Er sieht eine Herausforderung - wie die Verknappung von Wasser - als Chance. Er sucht Lösungen. Otto verarbeitet in großen Mengen Baumwolle, einen Rohstoff, dessen Anbau viel Wasser benötigt. Die Spinnerei entwickelte ein Garn, bei dem Abfälle aus der Produktion recycelt werden, was schlussendlich Wasser spart. Die Innovation wird mittels einer eigenen Marke an die Kunden transportiert.