Eselsberg Lukaskirche mit neuem Gemeindehaus und Idee der Willkommenskultur

Mit dem neuen Gemeindezentrum bekommt die umgestaltete Lukaskirche auch neue Stühle - aber erst muss noch geputzt werden.
Mit dem neuen Gemeindezentrum bekommt die umgestaltete Lukaskirche auch neue Stühle - aber erst muss noch geputzt werden. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Eselsberg / VERENA SCHÜHLY 26.07.2014
An der evangelischen Lukaskirche gibt es Grund zum Feiern: Das neue Gemeindezentrum ist fertig. Die Kita ist mit unter das Dach geschlüpft, und Pfarrerin Andrea Holm wünscht sich noch mehr Leben im Haus.

Nach 15 Monaten, in denen alles in Kisten eingelagert war, kommen die Dinge nun wieder ans Licht. Pfarrerin Andrea Holm und die haupt- wie ehrenamtlichen Mitarbeiter der Lukasgemeinde sind derzeit vollauf mit dem Auspacken beschäftigt, mit Einräumen und Überlegen, wohin all die Dinge geräumt werden. Denn bis Sonntag müssen die Kisten leer und alles an seinem neuen Platz sein - oder zumindest dort verstaut werden, wo sie keiner sieht. Denn am Sonntag wird das neue Gemeindezentrum am Hermann-Stehr-Weg eingeweiht, und dazu soll das neue Haus tipptopp aussehen. Und die letzten Tage geht es mit Riesenschritten voran.

Der Beginn des Umbaus war "etwas holprig", wie sich Andrea Holm erinnert. Denn eigentlich war geplant gewesen, die 1957 gebaute Lukaskirche bis auf die Bodenplatte abzutragen und neu aufzubauen. Doch der Denkmalschutz kassierte die Entscheidung des Kirchengemeinderats. Dann musste ein PlanB gemacht werden. Der ließ den Kirchenraum als solchen unangetastet, sah den Umbau des darunterliegenden Geschosses vor, damit die Lukas-Kindertagesstätte dort einziehen kann, sowie den Bau eines neuen Gemeindehauses direkt neben der Kirche, als Ersatz für die wegfallenden Gemeinderäume in Gartengeschoss. Die Pläne stammen vom Ulmer Architekturbüro Hullak und Rannow.

Während der 15-monatigen Bauzeit seit Frühjahr 2013 war das Gemeindeleben der Lukasgemeinde verteilt auf verschiedene Örtlichkeiten: in der katholischen Suso-Kirche und deren Gemeindehaus, im Kässbohrer-Haus sowie im Mehrgenerationenhaus. Nun sind sie doppelt froh, wieder im eigenen Haus zu sein, "das richtig schön geworden ist", freut sich die Pfarrerin.

Das neue Gemeindehaus ist als Holzständerbau errichtet. Ebenerdig zum Kirchplatz liegen ein großzügiges Foyer, das Gemeindebüro, zwei kleine Säle (einer mit Küche) und die Sanitärräume. In der Etage darunter, dem Gartengeschoss, ist die neue dreigruppige Lukas-Kindertagesstätte und ein weiterer Gemeindesaal. Die Baukosten sind im Rahmen der veranschlagten 2,7 Millionen Euro geblieben. 1,4 Millionen Euro bekommt die Gemeinde dafür in Form von Zuschüssen.

Das Äußere der Kirche blieb unangetastet, aber im Inneren gibt es - mit dem Denkmalschutz abgesprochene - Veränderungen: Das halb zugemauerte Altarfenster ist wieder offen, die Wand zum großen Gemeindesaal unter der Empore ist jetzt gläsern, und die massiven Holzbänke sind raus. "Wir bekommen jetzt 300 Stühle, mit denen wir den Raum endlich flexibel nutzen können", erklärt Andrea Holm. Nicht zu sehen ist die neue Heizung, die an den Wänden unter Putz verlegt ist.

Die baulichen Veränderungen sind das eine, aber wer mit der Lukaspfarrerin redet, merkt schnell, dass ihr etwas anderes fast noch wichtiger ist. Sie treibt die Frage um: "Wie werden wir einladend für die Menschen am Eselsberg? Nicht als Sakralraum, sondern als Heimat." Zu den zentralen Neuanschaffungen gehört für Holm eine professionelle Kaffeemaschine, die im Foyer aufgestellt wird. Ihr Wunsch ist es, dass die Menschen vom Eselsberg "ganz unkompliziert hier einen Kaffee trinken kommen, ohne eine Gruppe zu besuchen". Egal, ob jung oder alt oder aus welcher Religion. In dem Sinn wird die Willkommenskultur der Lukasgemeinde beim Fest am Sonntag erprobt.

Info Das Gemeindezentrum der Lukaskirche am Eselsberg wird am morgigen Sonntag, 27. Juli, eingeweiht. Um 10.30 Uhr beginnt ein Festgottesdienst, dem sich dann ein Festakt und ein Tag der offenen Tür anschließen.

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