Ulm Lukasgemeinde verkauft ihre Kirchenbänke

Die Bänke der Lukaskirche haben ausgedient. Künftig soll es stattdessen Stühle geben. Foto: Lars Schwerdtfeger
Die Bänke der Lukaskirche haben ausgedient. Künftig soll es stattdessen Stühle geben. Foto: Lars Schwerdtfeger
VERENA SCHÜHLY 10.04.2014
Wer ein Faible für ungewöhnliche Möbel und viel Platz hat, kann jetzt zuschlagen: Die Lukasgemeinde verkauft ihre Kirchenbänke.

Manchmal ist es eine tröstliche Aussicht, etwas auf die lange Bank schieben zu können. Wer das schon immer mal tun wollte, bekommt von der Lukasgemeinde dazu Gelegenheit - und zwar mit richtig langen Bänken: wahlweise 1,80 Meter, 2,70 Meter oder gar 3,70 Meter breit. Denn die evangelische Gemeinde am Eselsberg hat beschlossen, im Zuge der laufenden Kirchenrenovierung die starren Bankreihen auszubauen und zu verkaufen.

"Wir wollen künftig Stühle, die man - je nach Bedarf - flexibel aufstellen kann", sagt Pfarrerin Andrea Holm. Eigentlich hätte die Lukasgemeinde die 56 Jahre alten Bänke gern an eine andere Kirche abgegeben, "aber wir haben niemand gefunden". Denn erstens würde der Transport einen Haufen Geld kosten, und zweitens "wollen die meisten Kirchen heutzutage Stühle - so wie wir", berichtet Holm von ihren Erfahrungen.

Jetzt wird versucht, die GroßMöbelstücke aus lackiertem Kiefernholz privat an den Mann oder die Frau zu bringen. "Sie verfügen rückseitig über Huthaken aus Messing und Regalfach (wer hat das schon?)", heißt es auf der Lukas-Homepage. Abgegeben werden die Bänke am Samstag, 17. Mai, an Selbstabholer und gegen eine Spende zugunsten des Umbaus. Interessenten können sich vorab melden, die Bänke besichtigen und sich die guten Stücke reservieren lassen. Um die Koordination kümmert sich Kirchengemeinderat Frank Weigang unter Tel. (0731) 577 57.

Wer will eine Kirchenbank? Andrea Holm ist zuversichtlich: "Menschen, die einen Garten haben und an die Hauswand eine Bank stellen wollen. Oder die einen großen Eingangsbereich haben, in dem eine Sitzgelegenheit fehlt. Man kann unsere Bänke auch in öffentliche Räume stellen", schlägt die pragmatisch veranlagte Theologin vor.

Falls sich bis Mitte Mai nicht genügend Großgrundbesitzer melden und Bänke übrig bleiben, muss sich der Kirchengemeinderat was Neues überlegen. Pfarrerin Holm versichert: "Ideen haben wir viele. Eventuell könnte man aus dem Holz Engel machen und die zu Weihnachten verkaufen." Das Recycling wäre gut Schwäbisch und hätte auch den Vorteil, dass ein übrig gebliebenes Stück nicht zur Bad-Bank wird.