Ulm Löwenmensch für Kretschmann

Faszination Löwenmensch: Museumsleiterin Gabriele Holthuis (von links) hatte gestern die SPD-Politiker Claus Schmiedel, Klara Dorner und Martin Rivoir zu Gast.
Faszination Löwenmensch: Museumsleiterin Gabriele Holthuis (von links) hatte gestern die SPD-Politiker Claus Schmiedel, Klara Dorner und Martin Rivoir zu Gast. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / JAKOB RESCH 27.08.2014
Das Ländle kann eigentlich schon immer fast alles. Das soll Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit dem Löwenmenschen aus dem Ulmer Museum zeigen, wenn es nach Claus Schmiedel, dem SPD-Fraktions-Chef im baden-württembergischen Landtag, geht.

Claus Schmiedel trifft demnächst den Ministerpräsidenten zum Abendessen. Nun könnte man sagen: Na und? Aber Schmiedel, SPD-Fraktions-Chef im baden-württembergischen Landtag, will bei dieser Gelegenheit Winfried Kretschmann nahelegen, künftig den Löwenmenschen mitzunehmen. Und zwar mitzunehmen auf seine Reisen mit heimischen Wirtschaftsvertretern in alle Welt, um zu zeigen, dass das Ländle eigentlich schon immer fast alles kann.

Das ist ein habhaftes Ergebnis von Schmiedels Besuch gestern im Ulmer Museum, der der Leiterin Gabriele Holthuis mal wieder zeigte, wie inspirierend das älteste Kunstwerk der Menschheit noch immer ist. Der Löwenmenschtourismus rolle zwar nur langsam an, bringe im Gespräch aber immer neue Ideen mit sich.

Schmiedel kam nun im Schlepptau des Ulmer SPD-Landtagsabgeordneten und Stadtrats Martin Rivoir sowie der SPD-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Klara Dorner, erstmals ins Museum und wurde dort vom 40.000 Jahre alten Mischwesen aus Mammutzahn prompt in den Bann gezogen: "Der Künstler hat wohl Überlegungen angestellt, was Mensch und Tier unterscheidet und sich vielleicht auch gefragt: Wie viel Tier steckt im Menschen?"

Gabriele Holthuis berichtete von der Restaurierung der Figur, die eine noch stärkere Wirkung bei den Betrachtern ausgelöst habe. Mit der Neukonzeption im Museum müsse der Löwenmensch nun dauerhaft mehr Raum bekommen und im Zusammenspiel mit den Fundstätten und Museen der anderen frühzeitlichen Artefakte im Lonetal und in Blaubeuren "den Kulturtourismus in der Region bedienen".

Darauf sprang Schmiedel an. Das Marketing dürfe man "nicht dem Zufall überlassen". Er denkt dabei nicht nur daran, die Menschen zum Löwenmenschen zu holen, sondern den Löwenmenschen zu den Menschen zu bringen, "wenn die Hochkaräter im Ausland mit unseren Delegationen zusammenkommen". Dann soll der Ministerpräsident neben den Innovationen auch dieses Kulturdenkmal aus dem Ländle präsentieren - natürlich nur als Kopie. "Fürs Land eine tolle Geschichte."

Damit zurück zu Kretschmann, der noch nicht beim Löwenmenschen im Ulmer Museum war, das Kunstwerk aber durchaus kennt. Vor einem Jahr bekam der grüne Landesvater von Stadtrat Ralf Milde bei einem Wahlkampfauftritt auf dem Judenhof schon einen Löwenmenschen geschenkt. Aber nicht authentisch aus Mildes Manufaktur und - ganz in Grün.