Literaturwoche Kommentar zur Literaturwoche Donau: Ausgelesenes Festival

Ressortleiter der SWP-Kulturredaktion, Jürgen Kanold.
Ressortleiter der SWP-Kulturredaktion, Jürgen Kanold. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Jürgen Kanold 08.05.2017

Mit einem Weißwurstfrühstück ist am Sonntag die Literaturwoche Donau zu Ende gegangen. Ein sattes Programm haben Florian L. Arnold und Rasmus Schoell die ganze Zeit geboten: Lesungen, Musik, Kunst. Das war, gebündelt und über Stunden, am Samstag auch noch einmal bei einem „Fest für die Literatur“ im Neu-Ulmer Venet-Haus zu erleben, das Marco Kerler, der Festivalschreiber, im Gewölbe  mit seiner aktuell entstandenen Prosa „TextFlechte“ eröffnete.

Die Ulmer feiern die Kultur gerne retrospektiv, also sie verklären die Vergangenheit: die Nachkriegs-vh, die Hfg, das Ulmer Theater unter Kurt Hübner, das studio f, das erste Donaufest, die ersten Roxy-Jahre . . .  Aber das Leben geht weiter. Schön, wenn Neues nachhaltig entsteht: etwa ein kleines, gediegenes Literaturfestival in unserer oft besinnungslosen Zeit. Kein Schaulaufen der Autoren-Stars, kein Massenereignis, aber ein liebevoll organisierter Veranstaltungsreigen an oft überraschenden Orten.

Die Qualität wollen die beiden Macher weiter in die Höhe schrauben. Höher geht’s ja eigentlich kaum mehr angesichts einer Lesung mit Michael Lichtwarck-Aschoff auf dem Münsterturm. Glückwunsch also. Mit Bodenhaftung und neuen Ideen werden Arnold und Schoell hoffentlich weitermachen. Ulm und Neu-Ulm sollten sie dabei kräftig unterstützen.