Ulm / CLAUDIA REICHERTER  Uhr
Fünf Schauspielerinnen lesen Texte von Frauen vor Isabelle Roths Bildern von Frauen. Eindrücke vom „Literarischen Absacker“ zum Donaufest in der Galerie Tobias Schrade.

An sechs Abenden klingt das Donaufest stimmungs- und stilvoll in der Galerie Tobias Schrade aus. Umrahmt von der Blau, nur wenige Fußminuten vom Ulmer Donauufer. Diesmal lesen bei diesen „Literarischen Absackern“ fünf Schauspielerinnen vor Isabelle Roths Bildern von Frauen ausschließlich Texte von Frauen. Durch die thematische Einschränkung sei die Vorbereitung „eine Heidenarbeit gewesen“, gesteht Buchhändler Thomas Mahr. Es stünden einfach nicht so viele Texte zur Wahl. „Das heißt nicht, dass die Frauen nicht gut sind, sondern dass sie weniger veröffentlicht werden.“

Aber Mahrs Mühe lohnte sich: Mit der vorgestellten weiblichen Literatur aus Bulgarien, Kroatien, Österreich, Bosnien-Herzegowina und Rumänien eröffnet sich eine lesenswerte literarische Welt. Zum Thema „Geschichte in Geschichten“ las Sibylle Schleicher statt der erkrankten Tini Prüfert etwa aus Ingeborg Bachmanns „Die Prinzessin von Kagran“ und Dana Grigorceas „Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit“. Sidonie von Krosigk übernahm „Mädchenjahre“, während Aglaja Stadelmann zu „Von Müttern und Großmüttern“ unter anderem einen längeren Ausschnitt aus Theodora Dimovas „Mütter“ las: feine Ironie angesichts der reichlich harten Lebensumstände ihrer drei Generationen angehörenden Protagonistinnen.

Bei Christel Mayr ging es beim Thema „Heldinnen“ lebhafter und lustiger zu. Sie agierte ihre literarischen Vorlagen – etwa einen noch unveröffentlichten Text ihrer Schauspielerkollegin Sibylle Schleicher –  regelrecht aus.

Heute, 23 Uhr, folgt der sechste und letzte der „Literarischen Absacker“ bei Schrades, zu dem Schauspielerin Ulla Willick Texte etwa von Irina Theodoreskus und Anna Kim zum Thema „Von der Liebe“ liest.

Info Das Literaturprogramm des Internationalen Donaufests endet am Sonntag, 19 Uhr, im Stadthaus. Ulrike Kriener liest aus Aleksandar Tišmas „Der Gebrauch des Menschen“.