Ulm / JAKOB RESCH  Uhr
Die Brücke der Straßenbahnlinie 2 zum Kienlesberg wächst weiter. Auch bei der zweiten Auflage des Taktschiebeverfahrens hat alles reibungslos geklappt. Doch auch die neuen Straßenbahnwagen müssen irgendwo unterkommen.
Die Premiere des komplizierten Schiebemanövers der Brücke zum Kienlesberg war bereits in der Nacht vom 10. auf den 11. August. Und ist erfolgreich verlaufen. Auch der zweite „Schuss“ ist am Freitag geglückt. Die ersten fünf Meter in der Nacht auf den Freitag, die restlichen 20 Meter dann in den Zugpausen am Freitagvormittag. Der Termin war vorverlegt worden, weil die Montagearbeiten weniger Zeit als kalkuliert in Anspruch genommen hatten.


„Schuss“ nennen die Brückenbauer ein Großelement für den Brückenkörper. Es wird auf der Arbeitsplattform zusammenmontiert und dann anschließend mit Hilfe von großen Pressen und viel Schmierseife per „Taktschiebeverfahren“ an seinen Bestimmungsorts gebracht. Im Fall der Ulmer ÖPNV-Brücke mit 270 Meter Länge muss dieser Vorgang insgesamt zwölf Mal wiederholt werden, bis der Brückenschlag auf die gegenüber liegende Seite schließlich geschafft ist.

Schwierigkeit Im konkreten Fall kommt erschwerend hinzu, dass die Brücke quer über die Gleisanlagen der Deutschen Bahn verläuft und während des Vorgangs keinerlei Bahnverkehr im betroffenen Bereich stattfinden darf. Den Brückenbauern steht daher jeweils lediglich ein enges Zeitfenster von wenigen Stunden zur Verfügung.

Neue Halle Doch bei den Bauarbeiten für die Straßenbahnlinie 2 geht es nicht nur um die Streckenäste auf den Kuhberg und den Eselsberg. Irgendwo müssen die zusätzlichen Straßenbahnwagen ja auch untergebracht und gewartet werden. Auch dafür nehmen jetzt die Arbeiten Fahrt auf, da das Land Baden-Württemberg die Fördermittel bewilligt hat. Die Arbeiten beim Betriebshof der Stadtwerke in der Bauhoferstraße beginnen am Montag, 5. September.

Waschanlage Bereits fertiggestellt ist eine größere, modernere Waschanlage für Busse und Bahnen in der Tageswartungshalle. Jetzt geht es um den Abbruch älterer Gebäudeteile für den Bau einer weiteren Abstellhalle. Sie ist 186 Meter lang, 17 Meter breit und 6 Meter hoch.

Kosten Das Gesamtprojekt soll 17,25 Millionen Euro kosten. Davon sind 12,95 Millionen zuschussfähig, von denen das Land 9,6 Millionen zahlt - das entspricht 75 Prozent. Gegriffen habe dabei eine Härtefallregelung, weil die Förderung schon vor 2014 beantragt worden war. So war eine Bezuschussung noch nach dem alten Satz möglich. Mittlerweile ist die Förderquote im Landesförderprogramm auf 50 Prozent gesenkt worden.

Info Der Straßenbahnenbestand der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm wird sich mit der Linie 2 von derzeit 10 auf dann 22 Züge erhöhen.