Ulm / LISA MARIA SPORRER  Uhr
Am Montag geht’s richtig los: Auf einer Informationsveranstaltung zum Straßenbahnbau am Kuhberg stellten die Projektverantwortlichen die nun beginnenden Baumaßnahmen vor. Beschwerden gab es wenige. Mit Karte mit allen Umleitungen.

Schon während des Planfeststellungsverfahrens hatte Thomas Merkle Einspruch gegen die Bauarbeiten vor seinem Haus angemeldet. Der Grund: Der große flache Gewölberaum in seinem denkmalgeschützten Haus in der Römerstraße könnte den Erschütterungen während der Tiefbauarbeiten nicht standhalten. Die SWU beauftragte ein Beweissicherungsverfahren, fotografierte die Innenräume und sicherte dem Eigentümer zu, ein Gerät zur Erschütterungsmessung in seinen Räumlichkeiten zu installieren. Das wird in den nächsten Tagen angebracht, denn dann geht es richtig los mit den Tiefbauarbeiten und Leitungsverlegungen auf der gesamten Strecke vom Kuhberg bis zur Wissenschaftsstadt, auf der dann später die Trasse für die neue Straßenbahnlinie entstehen soll. „Wir wollen uns aber nicht langsam die Berge raufarbeiten, sondern beginnen auf allen Streckenteilen parallel“, sagte Baubürgermeister Tim von Winning auf einer Informationsveranstaltung am Kuhberg.

 

Am kommenden Montag beginnen die Bauhauptmaßnahmen, im Winter 2017/18 soll die Inbetriebnahme des Streckenastes Kuhberg erfolgen, im Sommer 2018 dann am Eselsberg. Am Kuhberg starten die Bauarbeiten an allen fünf Bauabschnitten gleichzeitig, von der Beyerstraße bis zum Schulzentrum. Die neue Verkehrsführung: Der Abschnitt zwischen Römerplatz und Westerlinger Straße wird stadtauswärts zur Einbahnstraße.

Schon seit Herbst 2015 geht es in der Römerstraße im Bereich Saarlandstraße bis Allewinder Weg stadteinwärts nur in eine Richtung. Die Umleitung stadteinwärts erfolgt im Einbahnverkehr über die Westerlinger Straße und die St.-Barbara-Straße zur Haßlerstraße. Die Straße wird abschnittsweise auch mal voll gesperrt sein und nur für den Anwohnerverkehr freigegeben. Es sei schon viel getan worden und nicht immer zum Guten für die Anwohner, gestand von Winning ein. Und so kamen Beschwerden hauptsächlich aus den Umleitungsbereichen.

Da war von seltsamen Verkehrsführungen die Rede, von Rasern, fehlenden Parkplätzen, zu wenigen Ampeln. Eine Anwohnerin forderte die Verlegung einer Bushaltestelle vor ihrem Haus. Die Glasfaserkabel werden in einem Zug mit den Bauarbeiten mit verlegt, antwortete Thorsten Fisch von der Stadt Ulm auf eine Nachfrage; und für den Umstieg von Dampf auf Heizwasser würde kein Fernwärmerohr mehr nötig. „Die Straße muss nach den anstehenden Arbeiten nicht mehr aufgerissen werden“, sagte Fisch. Mit dem geplanten Baugebiet Böfinger Weg/Egginger Weg werde zudem erst nach den abgeschlossenen Maßnahmen für die Straßenbahn begonnen.

Der Geschäftsführer der SWU Verkehr Ingo Wortmann notierte sich die Punkte der Bürger in seinem Notizbuch: „Wir machen die Veranstaltungen hier ja, um was mitzunehmen und es dann besser zu machen.“

Die Kümmerer

Für Beschwerden da
Die beiden Baustellenbeauftragten Werner Reichert und Hans Hengartner sind unter dem Info-Telefon Linie 2 zu erreichen: (0731)166 44 66. Kontakt per Mail: info@linie2-ulm.de