Ulm / HANS-ULI THIERER  Uhr
Eine sich zehn Kilometer durch eine Stadt fressende Großbaustelle verursacht Umstände, Umleitungen, Umwege, Unmut. Das ist beim Bau der Straßenbahnlinie 2 mit den Ästen auf den Kuhberg und den Oberen Eselsberg nicht anders. <i>Mit einer Zusatzinfo: Wo das Infomobil wann steht.</i>

Stadtobere und Verantwortlichen bei SWU-Verkehr, dem Bauherren, wurden in vorauseilender Weitsicht schon vor Baubeginn nicht müde, die Ulmer vorzuwarnen. Was nichts daran ändert, dass es dann, wenn Baumaschinen auffahren, erst richtig losgeht mit lärmenden Klagen.

Die halten sich nach ersten Erfahrungen, die der neben Hans Hengartner zum Kümmerer von Bürgersorgen bestellte Werner Reichert gesammelt hat, bisher aber in Grenzen. Zwar klingen 60 Anfragen seit Baustart im Herbst 2015 nach einer Menge Holz. "Aber", erzählt Reichert, "den Leuten ist am wichtigsten, dass sie ihre Fragen loswerden können und Antworten bekommen." Was nun unmittelbarer und vor allem an Ort und Stelle geschehen kann. Denn seit Dienstag ist das Linie-2-Infomobil unterwegs. Reichert und Ralf Gummersbach, bei SWU-Verkehr Projektchef für die Linie 2, stellten den zu Aufklärungszwecken umgebauten Nahverkehrs-Kleinbus mitten in der Stadt vor: auf dem ansonsten verkehrsfreien Münsterplatz.

Diese rollende Klagemauer, ein Kummerkasten auf drei Achsen und sechs Rädern, ist fortan dienstags und freitags sozusagen im Auge des Hurrikans unterwegs. An den Brennpunkten Eselsberg, Wissenschaftsstadt und Kuhberg.

In an den Längsseiten des Kleinbusses prangenden kurzen Schlagworten wird das ganze 200-Millionenprojekt vorgestellt und für seinen tieferen Sinn geworben. "Linie 2 - Anschluss Zukunft" steht da zu lesen. Und "Ulm baut um". Und "Fahrzeitverkürzung". Und: "Betrieb mit 100 Prozent Naturstrom". Und: "Zuverlässig". Und . . . Im Innern bietet das ehedem mit 17 Sitzplätzen ausgestattete Linienbusle, das dank Klapprampe barrierefrei, also auch für Rollifahrer und Kinderwagenschieber zugänglich ist, die Möglichkeit zum Tischgespräch mit Kümmerer Reichert. Für einen gebrauchten Bus anstatt Containern habe man sich ganz im Sinne der Mobilität entschieden, sagt Gummersbach. "Ein Container steht ganz bestimmt immer genau dann, wenn's drauf ankommt, an der falschen Stelle."

Die Rede war auch von der Psychologie des Ganzen, die bekanntlich die halbe Miete in kritischen Momenten und Phasen ist. "Wir wollen transparent sein." Also soll auch das Infomobil transparent daherrollen. In hellen Farben: weiß, hellblau, Kühlerhaube im schönsten Frühlingsgrün.

Wo das Infomobil wann steht

Im Einsatz ist seit Dienstag das hellgrün-weiße-hellblaue Infomobil, das SWU-Verkehr zum Zweck der Aufklärungsarbeit für die Straßenbahnlinie 2 angeschafft hat. Der Baustellenbeauftragte Werner Reichert ist in diesem umgebauten Kleinbus in geraden Kalenderwochen dienstags von 13.30 bis 15 Uhr an der Multscherschule, 16 bis 17 Uhr an der Albrecht-Berblinger-Grundschule anzutreffen; außerdem freitags von 7.30 bis 9 Uhr am Rewe-Einkaufszentrum Kuhberg. In den ungeraden Kalenderwochen steht das Mobil mit dem Kümmerer dienstags ebenfalls von 13.30 bis 15 Uhr an der Multscherschule und von 16 bis 17 Uhr an der Albrecht-Berblinger-Schule, freitags dann von 7.30 bis 9 Uhr auf dem Parkplatz Ecke Neutor-/Wildstraße. Jeden ersten Montag im Monat ist das Mobil anzutreffen von 8 bis 9.30 Uhr am Schulzentrum Kuhberg und von 10.30 bis 12 Uhr an der Uni.

Telefonisch sind die Baustellenbeauftragten Reichert und Hans Hengartner zu erreichen montags 11 bis 13, mittwochs 7 bis 9, donnerstags 15 bis 17. Info-Telefon: (0731) 166 44 66. Mail: info@linie2-ulm.de