Ulm / cik  Uhr
Auf Höhe des Finanzamtes fehlt noch eine wichtige Anlage gegen das Quietschen der Straßenbahn in Ulm. Sie wird in den Sommerferien eingebaut.

Das Quietschen der Straßenbahn auf der neuen Linie 2 ging den Anwohnern in den ersten Betriebswochen durch Mark und Bein. Dank an den Gleisen eingebauter Schmieranlagen ist es inzwischen ruhiger geworden, allerdings nicht überall. In der Weststadt fehlt an der Einmündung von der Wagnerstraße in die Beyerstraße noch eine wichtige Anlage, sagt SWU-Pressesprecher Bernd Jünke. Sie soll im August eingebaut werden.

Allein auf dem Abschnitt zwischen Finanzamt und unterer Römerstraße sorgen bereits sechs dieser Schmieranlagen für eine möglichst reibungslose Fahrt der Straßenbahn. Dass die letzte Anlage erst jetzt montiert werden kann, liegt am Untergrund. Die Gleise sind an dieser Stelle im Beton verlegt, nicht in einem Schotterbett. Um die Schmieranlage einzubauen, muss also ausgebaggert und neu asphaltiert werden. „Das ist im laufenden Betrieb nicht möglich“, sagt Jünke. „Dazu ist ein paar Tage lang Schienenersatzverkehr nötig.“ Deshalb haben die SWU diese Arbeiten in die Schulferien im Sommer verlegt. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Wenn die Straßenbahn auf der Linie 2 in die Kurve geht, quietscht sie markerschütternd. Bald wird eine Schmieranlage eingebaut.

Fettartige Substanz auf der Schiene verhindert Quietschen

Die Schmieranlagen können ohnehin erst eingebaut werden, wenn die Straßenbahn bereits einige Wochen auf der neuen Strecke fährt. Denn erst mit der Zeit zeigen sich die Stellen, die für das Quietschen verantwortlich sind, sagt Jünke: Die neuralgischen Punkte an den Schienen sind spiegelblank gescheuert. „Erst wenn sich dieser Spiegel bildet, weiß man: Da ist es kritisch.“

Zur Schmieranlage gehören Düsen, die vor den kritischen Stellen eine fettartige Substanz auf die Schienen spritzen. Die Straßenbahn verteilt diesen Fettfilm, das Quietschen nimmt ab. Ganz so einfach ist es freilich nicht, schränkt Jünke ein. „Das geht nicht auf Knopfdruck, das ist eine sehr komplexe Angelegenheit.“ Die Schmieranlage müsse sich erst einfahren, sie müsse kontrolliert und nachjustiert werden. Auch bei den Stadtwerken melden sich genervte Anwohner. Jünke bittet um Geduld: „Es braucht seine Zeit, bis das Feintuning beendet ist.“

Die noch fehlende Schmieranlage wird auf Höhe Finanzamt eingebaut auf dem Gleisabschnitt, den beide Straßenbahnlinien noch gemeinsam benutzen, kurz bevor die Linie 2 in die Beyerstraße abzweigt. Die anderen Anlagen in dem Abschnitt bis zur Römerstraße wurden im Mai montiert.

Das könnte dich auch interessieren:

Parkplätze sind Mangelware in der Ulmer Innenstadt. Die Stadt will sie neu verteilen. Das geht nicht ohne Konflikte.

Probleme mit einer neuen Software machen dem Ulmer Schmierstoffhersteller Liqui Moly aktuell zu schaffen. Jetzt bricht der Gewinn ein.