Ulm / Julia Kling Vier Firmen siedeln sich bis Mitte 2020 am Oberen Eselsberg an. Neben Bosch Rexroth eröffnet auch Liebherr-Hausgeräte Ochsenhausen eine Niederlassung.

Am Oberen Eselsberg tut sich was. Nachdem zuletzt mit der geplanten Umsiedlung von Continental nach Neu-Ulm und der bekanntgegebenen Schließung des Daimler-Auto-Forschungszentrums zwei namhafte Firmen ihre Präsenz in der Wissenschaftsstadt reduziert hatten, konnte Christian Bried von der Projektentwicklungsgesellschaft PEG nun am Donnerstag im Hauptausschuss des Gemeinderats vier Neuansiedlungen vermelden.

Die Firmen Bosch Rexroth, Liebherr, Sartorius und Polygran sollen bis Mitte kommenden Jahres Gebäude am Oberen Eselsberg beziehen und in einem ersten Schritt deutlich über 500 Mitarbeiter am Standort beschäftigen, erklärte Bried auf Nachfrage. „Perspektivisch werden es sicherlich noch mehr“, erwartet der PEG-Chef. Diese Entwicklung habe sich bei früheren Ansiedlungen etwa von Continental oder Audi bereits gezeigt.

Noch Flächen frei

Bosch Rexroth eröffnet bereits im April im Science Park II ein neues Kunden- und Innovationszentrum, in dem strategische Zukunftsthemen vorangetrieben werden sollen. „Wir haben das ehemalige Telekom-Gebäude in der Lise-Meitner-Straße zurückgekauft und vermieten die Räume jetzt an Bosch Rexroth“, sagte Bried. Zudem plant die PEG in direkter Nachbarschaft einen Neubau, den der Hydraulik-Spezialist zusätzlich anmieten wird. Bis Ende 2020 sollen rund 250 Mitarbeiter am Standort arbeiten. Die Neuansiedlung habe keine Auswirkungen auf den Standort in Elchingen, erklärte eine Sprecherin von Bosch Rexroth.

Die anderen drei Firmen lassen sich auf der nordwestlichen Seite des Berliner Rings nieder. „Damit haben wir dann sechs Unternehmen im Science Park III“, erläuterte Bried mit Blick auf die 40 Hektar große erschlossene Fläche. Der jüngste Teil der Wissenschaftsstadt sei damit aber nicht voll belegt. „Wir haben noch Flächen.“

Mit Neuansiedlungen zufrieden

In das ebenfalls von der PEG geplante Gebäude Z4 am Eingang des Industrie-Parks zieht bis Mitte kommenden Jahres Liebherr. Im Fokus der Niederlassung, die sich über die sechs Büroetagen des Gebäudes erstrecken wird, soll der Bereich Digitalisierung von Hausgeräten stehen, heißt es von Seiten der Stadt. In dem Gebäude sollen neben einer Bürofläche von rund 2500 Quadratmetern zudem 250 bis 300 Parkplätze entstehen.

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In direkter Nachbarschaft siedelt sich in einem Neubau der Ulmer Anbieter für IT-Lösungen Polygran an, der bislang in der Pfauengasse in der Innenstadt ansässig ist. „Hier agieren wir mehr als Kummerkasten und begleiten die Verantwortlichen bei der Planung und dem Bau des Gebäudes.“ Das sei der Standortvorteil Ulms, ist Bried überzeugt. Die PEG könne über kurze Wege und diskret mit der Stadtverwaltung sprechen. „Das kann entscheidend sein bei der Standortentscheidung.“

Bereits im Bau befindet sich das Cell Culture Technology Zentrum von Sartorius Stedim Biotech im Science Park III. Der Pharmazulieferer mit Sitz in Göttingen verlagert seinen Standort von Laupheim nach Ulm und investiert rund 30 Millionen Euro in das 6000 Quadratmeter große Labor- und Bürogebäude.

Mit den Neuansiedlungen ist Bried hochzufrieden. „Wir sind stolz darauf. Der Mix ist durchaus attraktiv.“ Davon ist auch OB Gunter Czisch überzeugt. Trotz aller Unterschiede, was Branchen und Produkte betrifft, zeichneten sich die Unternehmen aufgrund ihrer „ungewöhnlichen Innovationskraft und Zukunftsorientierung aus“.

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Entwicklung am Oberen Eselsberg

Startschuss Daimler und AEG waren die ersten Unternehmen, die sich 1986 dazu entschieden eine Forschungseinrichtung in der Nähe der Uni zu gründen. Ministerpräsident Lothar Späth verkündete 1987 den Aufbau der Wissenschaftstadt.

Erweiterungen Ende der 90er Jahre machte das japanische Unternehmen Takata den Anfang im zweiten Teil. 2015 begann die Firma Beamtec dannn als erstes Unternehmen, im neuen Science Park III zu bauen.