Knapp drei Wochen, nachdem in Rostock zwei Krane von Liebherr bei einem Unfall ins Hafenbecken gestürzt waren, steht nun weitgehend fest, wie die Bergung der beiden Krane erfolgen soll. Der Hafenmeisterei zufolge wird ein besonders leistungsfähiger Schwimmkran aus Rotterdam die Liebherr-Krane des Typs LHM 550 zurück ans Licht holen.

Wie berichtet, waren die beiden Krane bei einem Unfall am 31. Januar im Rostocker Hafen ins Wasser gestürzt. Dem Rostocker Hafenmeister Ralf Zacher zufolge waren sie an jenem Freitagnachmittag bereits auf das Schwertransportschiff „Jumbo Vision“ verladen gewesen und standen auf dem Deck, als das Unglück geschah. Während einer der Krane auf Deck genauer positioniert werden sollte, geriet das Schiff in Schräglage: „Der Kran stürzte ins Wasser. Dadurch wurde die Krängung des Schiffes so stark dass auch der zweite Kran vom Deck rutschte und ins Wasser fiel.“

Aufwändige Bergung der beiden Liebherr-Krane

Seither liegen die Kolosse auf dem Meeresgrund. Die Bergung der Liebherr-Hafenmobilkrane LHM 550 ist aufwändig. Immerhin wiegen die Kolosse jeweils rund 440 Tonnen und haben eine Ausladung von bis zu 54 Meter. Zum Vergleich: Jeder der beiden LHM 550 wiegt so viel wie fast 300 Limousinen der Mercedes C-Klasse oder 3 Airbus A300-Flugzeuge.

Außerdem muss dieses enorme Gewicht auch noch unter erschwerten Bedingungen – nämlich aus dem trüben Wasser im Hafen – gehoben werden. Beide Krane liegen in 11 Meter Tiefe.

Super-Kran „Hebo Lift 9" ist auf dem Weg nach Rostock

Die Hafenmeisterei und Liebherr haben mittlerweile ein Bergungskonzept ausgetüftelt. Dessen Kern bildet der Super-Kran „Hebo Lift 9“ von der Firma Hebo Maritiemservice in den Niederlanden. Der 76 Meter hohe Spezialkran hat am Mittwoch den Hafen von Rotterdam verlassen und ist schon auf dem Weg nach Mecklenburg-Vorpommern. Er soll nach etwa fünf Tagen im Rostocker Überseehafen eintreffen.

Dieser Schwimmkran hat die nötige Power, um die beiden 440-Tonnen-Hafenmobilkrane vom Grund zu heben. Das sind die Daten des „Hebo Lift 9“:

  • Hubkraft: 800 Tonnen
  • Hubhöhe: 67 Meter
  • Länge: 76 Meter
  • Breite: 27 Meter
  • Tiefgang: 4,5 Meter
  • Besatzung: 10

Bergung in Rostock wird schon vorbereitet

Die Bergung wird vorbereitet: Der Spezialkran Baltic Lift hebt dieser Tage die Gittermasten der beiden in Rostock gesunkenen Liebherr-Krane.
© Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Doch mit purer Hebekraft ist es nicht getan. Um kostbare Zeit zu sparen, muss die Bergung schon während der Überfahrt des „Hebo Lift 9“ in Rostock vorbereitet werden, wie die Hafenmeisterei berichtet. Demnach sollen die beiden jeweils etwa 50 Meter langen und 35 Tonnen schweren Gittermasten der Krane separat aus dem Becken geborgen werden.

Diese Aufgabe werde der bereits im Rostocker Hafen liegende Schwimmkran „Baltic Lift" übernehmen, der immerhin eine maximale Hubkraft von 200 Tonnen aufweist - genug für diese Einzelteile. Zudem werde die nach der Havarie ausgelegte Ölsperre für die Bergungsarbeiten verlegt. Und schließlich werden Flächen auf dem Kai am Liegeplatz 25 vorbereitet. Denn dort sollen die beiden Mobilkrane von Liebherr nach ihrer Bergung aus den Tiefen des Hafenwassers abgestellt werden.

Keine Leichte Aufgabe also, aber in der Hafenmeisterei geht man davon aus, das die ganze Bergungsaktion Ende Februar abgeschlossen sein werde.