Zuerst konnte es kaum schnell genug gehen. Ursprünglich sollten die Ulmer Stadträte bereits Ende 2017 eine Vorentscheidung über die künftige Größe des Zentralen Busbahnhofs (ZOB) treffen. Baubürgermeister Tim von Winning hatte mächtig Tempo gemacht, weil von der Festlegung der Zufahrt zum ZOB die weitere Planung am Bahnhof abhängig sei. Nun, es kam schon im vergangenen Jahr anders. Die Entscheidung über den ZOB wurde zurückgestellt – weil am Bahnhof sowieso alle Baustellen länger dauern, aber auch, weil es scharfen Gegenwind für die Pläne gab.

Daran hat sich nichts geändert. IHK und einige Regionalbusunternehmer halten nach wie vor einen kleineren ZOB für nicht leistungsfähig. Nur die Tonlage ist eine andere geworden. Sie äußern ihren Protest nicht mehr lautstark, sondern versuchen ohne öffentliches Getöse Einfluss zu nehmen.

Die Diskussionen hinter den Kulissen dürften für die Vertagung also mindestens ebenso ursächlich sein wie die Arbeitsüberlastung der Bauverwaltung. Dadurch entsteht kein Schaden, im Gegenteil. Vor einer so weit reichenden Entscheidung ist es besser, gründlich zu überlegen, alle Möglichkeiten auszuloten und die beste Lösung zu finden. Durch das Verschieben auf Frühjahr ist vorerst nicht mehr passiert als: Der Baubürgermeister ist in seinem zeitlichen Enthusiasmus gebremst.